Polizei im Landkreis Gifhorn geht gegen Alkohol und Drogen am Steuer vor

Blaue Nacht: 800 Kontrollen

Rund 800 Autofahrer sahen in der Nacht zu gestern im Landkreis Gifhorn die Kelle. dpa

Landkreis Gifhorn. Die Gifhorner Polizei sagt Alkohol und Drogen am Steuer den Kampf an – und hat am Wochenende in einer großangelegten Kontrollaktion rund 800 Autofahrer überprüft.

45 Beamte, darunter Kräfte der Bereitschaftspolizei Lüneburg und Hundeführer der Polizeidirektion Braunschweig, waren an der Aktion beteiligt, die unter dem Namen „Blaue Nacht“ von Sonnabend auf Sonntag lief. Die Federführung hatte Polizeioberkommissar Daniel Marwede vom Kommissariat in Meinersen.

Die Beamten postierten sich zwischen 21 und 4.30 Uhr wechselnd an der B 4 in Groß Oesingen und Rötgesbüttel, an der B 188 in Ahnsen, am Gifhorner Jägerhof und in Weyhausen sowie an der Braunschweiger Straße in Gifhorn. Ein Hauptaugenmerk galt der Risikogruppe der Fahranfänger und und jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren.

Das Resultat waren diverse gebührenpflichtige Verwarnungen wegen Verstößen gegen die Gurtpflicht und die Regeln der Handy-Nutzung sowie wegen nicht mitgeführter Papiere. Und es gab einige härtere Fälle: In Weyhausen saß ein 21-jähriger Wolfsburger am Steuer seines Audi 80, obwohl er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln (THC) stand. In seinem Pkw entdeckte ein Spürhund zusätzlich etwa 2 Gramm Marihuana.

In Rötgesbüttel war ein 37-jähriger Groß Oesinger mit seinem Audi A4 unter Alkoholeinfluss unterwegs. Der Atem-Alkoholtest ergab 1,4 Promille. Ebenfalls in Rötgesbüttel wurde 39-jähriger Kosovare aus Braunschweig kontrolliert, der aufgrund eines Verstoßes gegen das Asylverfahrensgesetz zur Festnahme ausgeschrieben war.

Besorgniserregend für die Beamten war die Zahl jener Autofahrer, die noch im legalen Rahmen der „0,5-Promille-Grenze“ am Steuer saßen. In präventiven Gesprächen wurde appelliert, beim Fahren in Zukunft komplett auf Alkohol zu verzichten.

Die Gifhorner Polizeiinspektion kündigt für die nächste Zukunft weitere Großkontrollen an – „auch an eher unerwarteten Orten“. Damit solle auch in der Fläche, abseits der Hauptverkehrsadern, der Kontrolldruck erhöht werden. Verkehrsteilnehmer im Landkreis müssten „zu jeder Tages- und Nachtzeit damit rechnen, von der Polizei auf Verkehrstüchtigkeit überprüft zu werden“.

Alkohol- und Drogenmissbrauch im Straßenverkehr gehören nach wie vor zu den Unfallursachen Nummer 1. Der Kampf gegen Verkehrsunfälle unter Rauschmitteleinfluss zählt zu den Kernpunkten der so genannten Verkehrssicherheitsinitiative 2020.

Von Holger Boden

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