Bund startet zweite Förderwelle für Einrichtungen zu Schwerpunkt-Kitas

Bildung und Sprache stärken

Das Bundesfamilienministerium ruft im Frühjahr 2012 zu einer weiteren Förderwelle für Einrichtungen zu Schwerpunkt-Kitas auf. Foto: picture-alliance

Landkreis Gifhorn. Bundesweit werden mehr als 3000 Einrichtungen zu „Schwerpunkt-Kitas: Sprache&Integration“ ausgebaut. Im Landkreis gibt es zwei Kita-Verbunde (Ev. -luth.

Kita-Verband Wittingen und DRK-Kita-Verbund Meinersen) sowie fünf Einzel-Kitas (Hankensbüttel II, Wesendorf Fuhrenmoor, Rosengarten Gifhorn, Martin-Luther-Kita Gifhorn, Pauluskita Gifhorn). Wie nun das Bundesfamilienministerium in Aussicht stellt, soll im Frühjahr 2012 eine zweite Förderwelle beginnen.

Seit März 2011 werden im Rahmen der Offensive „Frühe Chancen“ des Bundesfamilienministeriums Kitas zu Schwerpunkt-Kitas ausgebaut. Sprachliche Kompetenz ist der Schlüssel für die Integration in das gesellschaftliche Leben und der Grundstein für eine erfolgreiche Bildungs- und Berufslaufbahn. Insbesondere Kinder aus sozial schwachen Familien profitieren davon, wenn sie schon früh beim Spracherwerb unterstützt. Die Offensive richtet sich daher an Kitas, die auch Kinder unter drei Jahren betreuen.

Jede Schwerpunkt-Kita erhält ein Budget für zusätzliches Fachpersonal in Höhe von 25 000 Euro pro Jahr, jeder Einrichtungsverbund 50 000 Euro. „Wir müssen diese Stunden für die Mitarbeiter berechnen. Jede Einrichtung kommt auf zwischen 15 und 18 Stunden“, erklärt Christian Hempelmann, Zuständig für die Koordination der Fort- und Weiterbildung beim DRK-Kreisverband Gifhorn. Die Mittel schaffen den Spielraum, in jeder Einrichtung zusätzlich eine Halbtagesstelle für eine Sprachförderfachkraft einzurichten, um die Erzieher zu unterstützen.

Wie Hempelmann im IK-Gespräch erläutert, wollen qualifizierte Sprachexpertinnen die sprachliche Bildung der Kinder im pädagogischen Alltag stärken und die Eltern für die Bildung der Kinder gewinnen. Deshalb gehören zu ihren aufgaben neben der sprachpädagogischen Arbeit mit den Kindern die Qualifizierung und fachliche Begleitung des Kita-Teams sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern. „Ziel ist es, die sprachlichen Kompetenzen zu intensivieren. Dabei sollen Kinder nicht unbedingt separat in Projekte eingebracht werden. Wobei das Eine das Andere nicht ausschließt. Wenn ein Kind größere Sprachverzögerungen oder Probleme hat, wird eine Gruppe für eine spezielle Förderung ins Leben gerufen“, berichtet Hempelmann.

Es gibt ein breites Spektrum an grundsätzlichen Aufgabenbereichen für die pädagogische Zusatzkraft. Dabei gilt es, so Hempelmann, Schwerpunkte zu setzen, die sich an den Gegebenheiten und Erfordernissen der Einrichtung und des Teams orientieren. Da die Zusatzkraft eine 50 Prozent-Stelle besetzt, kann sie viele der Aufgaben lediglich initiieren und die Kollegen bei der Umsetzung von Projekten begleiten. Die Kunst ist es schließlich, das gesamte Team für die Umsetzung der Spracharbeit zu motivieren, damit sich vieles am Ende der Projektzeit in der Einrichtung verankert hat.

Bis zum Jahr 2014 stellt der Bund insgesamt 400 Millionen Euro für die Offensive zur Verfügung. Die zweite Förderwelle mit 1000 teilnehmenden Kitas soll im Frühjahr 2012 starten. Die Interessenbekundung findet voraussichtlich ab November unter www.fruehe-chancen.de statt.

Von Carola Peiser

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