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Bewohner mehr im Mittelpunkt

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Von: Carola Hussak

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Durch die Entbürokratisierung wird es für die Mitarbeiter in der Pflege leichter – und sie haben mehr Zeit für die Bewohner.
Durch die Entbürokratisierung wird es für die Mitarbeiter in der Pflege leichter – und sie haben mehr Zeit für die Bewohner. © dpa

Landkreis Gifhorn. Von einem „Dokumentations-Wahnsinn“ spricht Marion Moring von der Heimaufsicht des Landkreises Gifhorn, der bisher in der Pflege stattgefunden hat. Doch das soll sich nun ändern. Künftig können die Pfleger mehr Zeit für die Bewohner aufbringen.

Im Januar hat die bundesweite Implementierung der neuen Dokumentation in der Pflege begonnen. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, hat die IGES Institut GmbH gemeinsam mit der Expertin Elisabeth Beikirch mit der Einrichtung des Projektbüros zur flächendeckenden Umsetzung des Projekts „Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation“ beauftragt.

Das Projektbüro hat zum 1. Januar seine Arbeit aufgenommen. Es hat die Aufgabe, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen bundesweit bei der Umsetzung der neuen Pflegedokumentation (dem so genannten „Strukturmodell“) zu unterstützen.

„Überbordende Bürokratie und sinnentleertes Kästchenankreuzen sind für die meisten Beschäftigten in der Pflege der Motivationskiller Nummer 1. Daher freue ich mich, dass mit dem Start des Projektbüros das größte Entbürokratisierungsprojekt in der Geschichte der Pflegeversicherung jetzt so richtig Fahrt aufnehmen kann. Unser Ziel ist es, in den nächsten anderthalb Jahren mindestens ein Viertel aller Einrichtungen in Deutschland für die vereinfachte Dokumentation zu gewinnen“, erklärt Staatssekretär Laumann. „Ich freue mich auch, dass alle maßgeblichen Beteiligten das Projekt auch mit eigenen Ressourcen unterstützen.

Unsere Pflegekräfte müssen endlich mehr Zeit für die Versorgung und Betreuung der Pflegebedürftigen haben.“

Der Landkreis Gifhorn hat bereits mit einer Veranstaltung seinen Teil dazu beigetragen, dass diese neue Art der Pflegedokumentation den ambulanten Pflegediensten, voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen, den Pflegeschulen und auch den Mitgliedern der Pflegekonferenz des Landkreises Gifhorn bekannt wird.

„Was nicht dokumentiert wurde, hat auch nicht stattgefunden – so lief das bisher“, erklärt Christina Branka, Abteilungsleiterin Hilfen bei Behinderungen in der Kreisverwaltung. Nun sollen nur noch Veränderungen dokumentiert werden. „Wir versprechen uns viel von diesem Prozess. Aber viele werden umdenken müssen und lernen müssen, loszulassen“, weiß Branka, die von einem längeren Prozess ausgeht, der auch begleitet werden müsse. Moring ergänzt: „Wir passen uns jetzt den Bewohnern an und nicht umgekehrt.“

Das Interesse an der Entbürokratisierung ist laut Kreisrat Rolf Amelsberg vorhanden. Ein Pflegedienst habe bereits an einer Erprobungsphase teilgenommen. „Ich denke, so wird der Pflegeberuf wieder etwas attraktiver.“

Von Carola Hussak

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