Standort im Wandel: Positive Zwischenbilanz bei Conti-Teves in Gifhorn

Besser als erwartet

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Dr. Kristijan Bauer (von links), Burkhard Häusler und Lothar Ewald sind mit der Entwicklung im Conti-Teves-Werk zufrieden.

Gifhorn. Das Eckpapier für den Conti-Teves-Standort Gifhorn steht seit mehr als einem Jahr, der Standort ist im Wandel – und es läuft besser als erwartet.

„Wir haben mehr als 50 Millionen Euro bei der Zerspanung für Ventilblöcke für elektronische Bremssysteme und die Luftfeder investiert und durch einen Technologiewandel die Produktion nachhaltig verbessert“, erklärte Werkleiter Dr. Kristijan Bauer gestern. „Die Beauftragung für alle Segmente hat sich außerdem über Erwartungen entwickelt, so dass wir von der Auslastung her und mit unserem hohen Facharbeiteranteil gut aufgestellt sind. “.

Man sei durch neue Anlagen in Zukunft gefordert und werde auch weiterhin Personalanpassungen vornehmen. „Wir haben noch weitere wichtige Schritte des Eckpapiers vor uns, bei denen wir gemeinsam mit den Arbeitsnehmern gefordert sind“, sagte Bauer.

„Die Belegschaft und der Betriebsrat haben ihren Beitrag durch eine Arbeitszeitverkürzung, die nach zwei Monaten wieder zurückgenommen werden konnte, geleistet“, betonte Betriebsratsvorsitzender Burkhard Häusler. „Und der Beitrag war schon sehr schmerzhaft.“ Für dieses Jahr drohe eine Arbeitszeitreduzierung aufgrund der derzeit hohen Auslastung nicht. „Wir sind als Betriebsrat froh, dass wir weiteres Personal durch zusätzliche Leiharbeitnehmer brauchen“, verwies Häusler auf derzeit rund 100 Beschäftigte auf Leiharbeitbasis.

Derzeit sind im Gifhorner Werk 1545 Arbeitnehmer und Auszubildende beschäftigt. Zudem freue man sich, dass statt vereinbarter 15 im letzten Jahr 30 Auszubildende eingestellt wurden, was man auch für 2017 wieder fordere. Denn sonst drohe in der Zukunft ein Facharbeitermangel.

Derzeit „brummt der Laden“, stellte auch Lothar Ewald, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall, fest, der seine Nachfolgerin für die Betreuung des Werks, Carola Freund, vorstellte. Man habe durch Investitionen in den Standort und in die Produkte den Standort sicherer gemacht. Die düsteren Prognosen seien nicht eingetroffen. „Wir erwarten, dass sich Conti auch über das Jahr 2023 hinaus zum Standort bekennt.“ Die für 2023 vereinbarte Zahl von 800 Mitarbeitern sei eine Untergrenze.

Besonderes Augenmerk sollte auf die Fertigung von Elektromotoren gelegt werden, bei der das Werk „in Vorleistung“ getreten sei. „Derzeit geht die weltweite Dynamik bei der E-Mobilität an Gifhorn vorbei“, bedauerte Ewald.

„Wir werden dort investieren, wo wir erfolgreich arbeiten können“, sagte Bauer, der konzedierte, dass man noch nicht in dem Bereich sei, in dem man „vernünftig wirtschaften“ könne. Das derzeitige Hauptstandbein, das Luftfedergeschäft, sei sehr schwankend.

Von Burkhard Ohse

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