Risiko oder Komfort?

Die Beliebtheit von elektrisch betriebenen Fahrrädern steigt

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Geübtes Fahren will gelernt sein: Die Polizei empfiehlt ein Fahrsicherheitstraining, um mit dem Pedelec vertraut zu werden.

Landkreis Gifhorn – Der angebrochene Sommer lockt die Menschen auf ihre Fahrräder. Im ganzen Kreis säumen sie wieder das Landschaftsbild, doch geht es längst über den herkömmlichen Drahtesel hinaus.

Die mit einem Elektromotor betriebenen Fahrräder sind in allen Generationen und Regionen angekommen.

Der Gifhorner Verkehrssicherheitsbeamte Hans-Heinrich Kubsch beobachtet diese Entwicklung aufmerksam. „Die mit einem Elektromotor betriebenen Fahrräder, die sogenannten Pedelecs, erfreuen sich großer Beliebtheit“, erklärt Kubsch. Ein Phänomen der Städte kann er allerdings nicht erkennen. „Viel eher begeistern sich immer mehr Senioren auf dem Land für diese Räder.“ Der Aufwand und die Kraft des Pedaltretens gehe durch den Elektromotor zurück. Das Fahren wird leichter. „Senioren gestalten die größte Zielgruppe in unserer Region.“

Bis zu 25 Kilometer pro Stunde kann ein Pedelec zurücklegen, ein Führerschein wird dafür aber nicht benötigt. Sie besitzen drei oder vier Schaltstufen. „Die Pedelecs müssen alle gesetzlichen Bestimmungen für Fahrräder erfüllen“, warnt der Verkehrssicherheitsbeamte. Neben dem genannten Elektrorad gibt es noch das S-Pedelec. Bei diesem als Kraftfahrzeug zu betrachteten Fortbewegungsmittel ändern sich die gesetzlichen Bestimmungen. „Sie können bis zu 45 Kilometer pro Stunde fahren. Ein Führerschein der Kategorie AM ist die Mindestvoraussetzung“, weiß Kubsch. Sie sind zu versichern und auch ein Kennzeichen ist Pflicht. „Die S-Pedelecs benötigen immer eingeschaltetes Licht. Dazu ist ein Helm Pflicht.“

Die Gefahr dieser Räder kann manchmal unterschätzt werden.. „Ich kann die Fahrer dieser Elektroräder nur eindringlich warnen. Sie selber unterschätzen schnell die Geschwindigkeit.“ Aber auch die Autofahrer könnten die Pedelecs nur schwer einschätzen. „Ein normales Fahrrad schafft im Durchschnitt 12 Kilometer pro Stunde. Die Pedelecs fahren doppelt so schnell“, so Kubsch. Die S-Pedelecs überbieten diese Grenze sogar um ein Vielfaches. Das Gefühl für das Tempo sei trügerisch.

Die Unfallzahlen im Kreis steigen. „Ich rate den Leuten, sich zu informieren und die Räder gut zu testen.“ Eine Probefahrt sei auf jeden Fall zu empfehlen. Die Kreisverkehrswacht Gifhorn bietet in Zusammenarbeit mit der Polizei und einem regionalem Fahrradhändler Trainings an.

Die Pedelecs können den Komfort eines Fahrrads klar überbieten. Umso wichtiger ist es, sie nicht zu einem Risiko werden zu lassen.

VON HILKE BENTES

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