Polizei Gifhorn: Anonyme Anrufer sollten angezeigt werden / Fangschaltung möglich

Belästigungen am Telefon

Immer wieder werden Menschen im Landkreis Gifhorn von anonymen Anrufern gepeinigt. Bei Beleidigungen, Stalking und Bedrohungen sind sogar Straftatbestände erfüllt.
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Immer wieder werden Menschen im Landkreis Gifhorn von anonymen Anrufern gepeinigt. Bei Beleidigungen, Stalking und Bedrohungen sind sogar Straftatbestände erfüllt.

Landkreis Gifhorn. Wie jüngst eine Familie aus dem Isenhagener Land haben es viele Menschen schon erlebt: Das Telefon klingelt, niemand meldet sich, manchmal ist leises Stöhnen zu hören.

Wie Thomas Reuter, Sprecher der Polizeiinspektion Gifhorn, auf IK-Anfrage mitteilt, sind obszöne oder beleidigende Anrufe eine Straftat, die zur Anzeige gebracht werden sollte.

Solche Fälle kommen nach den Worten von Reuter immer mal wieder vor und gehören zum polizeilichen Alltagsgeschäft. Je nach Schwere werden dabei laut Reuter eine ganze Reihe von Straftatbeständen erfüllt. Stalking, Beleidigung, Körperverletzung sind nur einige davon.

„Wie ernst so etwas zu nehmen ist, kann man pauschal nicht beantworten“, sagt der Polizeisprecher. Es könne sich um harmlose Anrufe und Einzelfälle handeln, es könnten aber auch ernsthafte Taten sein. Deshalb rät Reuter, anonyme Anrufe in jedem Fall zur Anzeige zu bringen: Je nach Qualität und Quantität der Anrufe, also beispielsweise bei permanenten Belästigungen oder sogar Bedrohungen, sei eine Anzeige „unerlässlich“. Die Polizei könne dann mittels Fangschaltung den Anrufer ermitteln, erläutert Reuter.

Wichtig: Die Opfer sollten sich so viele Fakten wie möglich für die Beweissicherung notieren. In jedem Fall festgehalten werden sollten der Tag, die Uhrzeit und die Dauer des Gespräches. Auch so könnten Verbindungsdaten nachverfolgt und Täter ermittelt werden. Wer die Möglichkeit habe, sollte auch mit einem Anrufbeantworter das Gespräch mitschneiden. Manchmal erscheine sogar die Rufnummer auf dem Display, die den anonymen Anrufer verrate.

Darüber hinaus rät Reuter, das Gespräch zu beenden. Dem anonymen Anrufer mit einer Trillerpfeife ins Ohr zu pfeifen – wie oft zu lesen – sei dagegen eher nicht empfehlenswert. Zum einen riskiere man dabei, selbst eine Körperverletzung zu verüben. Zudem sei die Nachhaltigkeit eines solchen Vorgehens eher fragwürdig. Der beste Weg sei deshalb eine Anzeige bei der Polizei.

Von Alexander Täger

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