„Bedarf ist vorhanden“

+

Gifhorn - Von Carola Peiser. Im Juni 2010 starteten die Diakonischen Heime Kästorf das Projekt „Rotes Telefon“. Nach knapp einem halben Jahr ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und etwas Neues vorzustellen.

„Der Beratungsbedarf ist vorhanden. Dieses Fazit kann man nach einem halben Jahr Hilfehotline Rotes Telefon ziehen“, meinte gestern Projektleiter Eckart Schulte. Unter der Rufnummer (05371) 9381888 sind täglich von 17 bis 21 Uhr pädagogische Fachkräfte zu erreichen. Das Projekt richtet sich an alle, die nicht wegschauen, sondern helfen wollen, wenn sie befürchten, ein Kind könnte in irgendeiner Weise gefährdet oder vernachlässigt werden.

Insgesamt gab es 15 Anrufe – sowohl aus der Stadt als auch aus dem gesamten Landkreis. „Eigentlich ist das ja eine positive Nachricht die zeigt, dass im Landkreis nicht so viel Chaos herrscht. Tatsächlich ging es um die Themen Vernachlässigung und Vernachlässigung der Aufsichtspflicht“, berichtete Schulte. Sechs Anfrufe seien aus der Nachbarschaft, vier Mal hätten Kinder und Jugendliche selbst Bedarf angemeldet, aber auch Eltern selbst hätten die Hotline gewählt, die sich überfordert fühlten und unbürokratische Hilfe benötigten.

Der Hälfte der Anrufer war bereits mit der Beratung am Telefon geholfen. „Zum Teil ging es aber auch um psychische Gewalt, sprich die Kinder und Jugendlichen wurden beschimpft. In den Fällen haben wir das Jugendamt informiert, doch mal bei diesen Familien vorbeizuschauen“, so Schulte. Immerhin sei auch in einigen Fällen eine Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen gewesen.

Wie Ingetraut Steffenhagen, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei den Diakonischen Heimen Kästorf, gestern informierte, soll das Rote Telefon mit weiteren Werbemaßnahmen im gesamten Landkreis Gifhorn weiter bekannt gemacht werden. „Bisher haben wir lediglich einige Flyer verteilt. Jetzt kommt die Werbetafel an der Christinenstiftkreuzung in Gifhorn dazu“, so Steffenhagen, die sich über Unternehmen freut, die sich mit einer Spende einbringen. So hat die Marketing-Managerin Susann Tantz von Höhigsberg & Düvel kostenlos die Flyer und die Werbetafel gestaltet. Demnächst soll eine weitere Tafel folgen. „Diese Tafeln können immer dann, wenn die Werbeflächen nicht von der City-Gemeinschaft-Gifhorn genutzt werden, an den exponierten Standorten über das Rote Telefon informieren“, erläuterte Steffenhagen.

Die Fianzierung der Hilfe-Hotline erfolgt derzet ausschließlich über Spenden von der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, der LSW und der Hütte der guten Taten. Alle Institutionen, die sich im Landkreis Gifhorn mit Kinderschutz beschäftigen, tragen das Projekt mit. Dabei handelt es sich um das DRK, Kinderheimat, Diakonische Heime Kästorf, Kinderschutzbund, Landkreis und Stadt Gifhorn. Fachbereichsleiterin Jugend bei der Kreisverwaltung, Martina Hartwig, hat sich zur Schulung der an der Hotline arbeitenden Mitarbeiter bereiterklärt. Im Frühjahr gibt es eine weitere Schulung. Interessierte Fachkräfte aus dem sozial-pädagogischen Bereich können sich unter (0 53 71) 9 35 92 33 melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare