Gifhorner Grundstücksmarktbericht: Auch im Nordkreis wird das Bauen teurer

Baulandpreise ziehen weiter an

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Uwe Heißmeyer (links) und Volker Stegelmann präsentierten den neuen Grundstücksmarktbericht.

Gifhorn. Die Grundstücks- und Wohnraumpreise bewegen sich im Kreis weiter auf hohem Niveau nach oben.

Wie Volker Stegelmann, Vorsitzender des Gutachterausschusses des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen, und Uwe Heißmeyer als Geschäftsführer des Gifhorner Katasteramtes gestern sagten, gibt es zwar in einigen Statistiken gegenüber 2016 einen leichten Rückgang, allerdings beim Fünfjahreszeitraum eine weitere Steigerung.

„Wir haben die Zahlen aufgrund von 15.791 Kaufverträgen in der Region Braunschweig-Wolfsburg ermittelt, die uns von den Notaren zugestellt wurden. Es handelt sich in dem Grundstücksmarktbericht um Mittelwerte“, sagte Stegelmann. Der Umsatz aller Verträge stieg auf den neuen Rekordwert von 3,055 Milliarden Euro (plus elf Prozent). Im Landkreis Gifhorn fiel dagegen die Gesamtzahl aller Erwerbsvorgänge gegenüber 2016 um sieben Prozent auf 2792. Der Geldumsatz ging um elf Prozent auf 446 Millionen Euro zurück, liegt aber höher als im Jahr 2015.

Stark nachgefragt ist der Speckgürtel um Braunschweig und Wolfsburg, günstiger ist es weiterhin im Gifhorner Nordkreis, auch wenn dort ebenfalls die Preise anziehen. So stieg der Bodenrichtwert in Wittingen (Baugebiet Steinhaufenacker) auf 70 Euro pro Quadratmeter. Im letzten Jahr wurden in der Stadt noch 53 Euro bezahlt. Drastisch stiegen die Preise vor allem im Boldecker Land. Barwedel (140 gegenüber 65 Euro), Weyhausen (190/120) oder auch Jelpke (Samtgemeinde Isenbüttel/115/40) verzeichnen die stärksten Sprünge im Landkreis.

„Durchschnittlich hat sich für den gesamten Landkreis aus 383 auswertbaren Kaufverträgen ein mittlerer Kaufpreis von 100 Euro pro Quadratmeter bei einer mittleren Grundstücksgröße von 797 Quadratmeter ergeben“, so Heißmeyer. Die Bandbreite beginnt bei von Hankensbüttel (43 Euro) und reicht über Wesendorf (46 Euro) und Wittingen (53 Euro) bis zur Sassenburg (150) und der Stadt Gifhorn (161). Bei den freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern wurden 2017 im Landkreis mittlere Kaufpreise einschließlich Boden von 143.000 bis 294.000 Euro (Durchschnitt 230.000) und Wohnflächenpreise von 841 bis 2035 Euro pro Quadratmeter (Durchschnitt 1639) gezahlt. Dabei gibt es signifikante Unterschiede, je nach Alter und Lage der Häuser. „Ältere Häuser erzielen erheblich weniger als Neubauten“, so Heißmeyer.

Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften fiel der mittlere Kaufpreis leicht (194.000 Euro), bei neuen Eigentumswohnungen stieg er (217.000). Ackerland wurde leicht teurer, Grünland dagegen bleibt konstant. Eine vorsichtige Prognose des Gutachterausschusses schreibt die Entwicklung weiter fort. Grund dafür sind laut den Experten die steigende Nachfrage und die niedrigen Zinsen.

Von Burkhard Ohse

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