1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Gifhorn

Ausweitung des Böllerverbots? Gifhorns Polizei offen für diesen Ansatz

Erstellt:

Von: Burkhard Ohse

Kommentare

Keine besonderen Vorkommnisse gab es – im Gegensatz zu anderen Städten in Deutschland – in der Silvesternacht in Stadt (Bild) und Landkreis Gifhorn.
Keine besonderen Vorkommnisse gab es – im Gegensatz zu anderen Städten in Deutschland – in der Silvesternacht in Stadt (Bild) und Landkreis Gifhorn. © Ohse, Burkhard

Landkreis Gifhorn – Für den Landkreis Gifhorn hat die Polizei eine überwiegend positive Bilanz für die Silvesternacht gezogen – ganz im Gegensatz zu einigen Großstädten im Land, wo es am letzten Tag des Jahres zu Über- und Angriffen auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte gekommen war. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die Übergriffe „auf das Schärfste“ verurteilt. Stimmen aus dem politischen Berlin sowie von Verbänden und Institutionen fordern lautstark ein Böllerverbot. Die Vorkommnisse haben aufgeschreckt. Ruhiger war es dagegen im Landkreis und in der Stadt Gifhorn.

Doch auch dort wurden viele Raketen in die Luft geschossen, nachdem dies während der Pandemie verboten war. „Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis und in der Stadt Gifhorn hat friedlich und besonnen ins neue Jahr gefeiert, es kam zu keinen nennenswerten Vorkommnissen“, heißt es seitens der Polizeiinspektion. Die Kolleginnen und Kollegen seien in einer Vielzahl von Einsätzen gefordert gewesen, die aber im Wesentlichen in ihrer Intensität ähnlich wie in den Vor-Pandemie-Jahren ausfielen.

Das Abbrennen von Pyrotechnik war im Innenstadtbereich sowie in Teilen des Ortsteils Winkel durch die Stadt Gifhorn untersagt, erinnert die Polizei. Im Laufe der Silvesternacht sei es zwar mehrfach zu Meldungen von Zuwiderhandlungen gekommen, die eingesetzten Beamten konnten vor Ort allerdings keine Verantwortlichen identifizieren. Allgemein begrüße man seitens der Polizei, dass das Abbrennen von Pyrotechnik in bestimmten, besonders schutzwürdigen Bereichen verboten ist. „Einer möglichen Ausweitung des Verbots stehen wir offen gegenüber und den zuständigen Stellen wie Stadt und Landkreis Gifhorn bei Erfordernissen oder Brennpunkten unterstützend und beratend zur Seite“, so die Sicherheitsbehörde weiter.

Auch zu den überörtlichen Vorkommnissen äußert sich die Polizeiinspektion: „Gerade die Ereignisse in Berlin haben uns erschüttert. Angriffe jeglicher Art auf Rettungskräfte und Polizeibeamtinnen und -beamte sind auf das Schärfste zu verurteilen und in keiner Weise zu akzeptieren.“ Maßnahmen, die dem Schutz aller Einsatzkräfte dienen, seien in jedem Fall zu unterstützen.

Auch in der Stadt ist man verstört ob der überörtlichen Ereignisse. „Die Ausschreitungen in der Silvesternacht, die es zum Beispiel in Peine und Berlin gegeben hat, machen auch uns fassungslos und bestürzt“, sagte Erste Stadträtin Kerstin Meyer. Ein generelles Feuerwerksverbot halte sie persönlich nicht für das geeignete Mittel, die Rechtslage sei bereits eindeutig. Die Ursachen lägen offensichtlich tiefer. „Wir brauchen wieder mehr gemeinsame Werte und einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ In Stadt und Landkreis sei es glücklicherweise nicht dieser Art der Eskalation gekommen.

Auch interessant

Kommentare