Schüler kehren wechselweise an Schulen zurück

Ausgangssperre im Kreis Gifhorn endet

Vertreter der Kreisverwaltung und der Polizei sitzen im Rittersaal.
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Inzidenz im Gifhorner Kreisgebiet nachhaltig unter 100: Vertreter der Kreisspitze und der Polizei erläuterten im Rittersaal des Schlosses die Auswirkungen.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Landkreis Gifhorn – Am Dienstag, 28. April, um 23.59 Uhr endet die nächtliche Ausgangssperre im Landkreis Gifhorn. Zudem hat sich am Vormittag entschieden, dass die Schulen ab Donnerstag wieder ins Szenario B wechseln. Auch für die Kitas bedeutet das eine erneute Öffnung ab Donnerstag. Die generelle Botschaft des Landkreises: Die dritte Welle verliert an Dynamik – zum Zurücklehnen ist es aber noch deutlich zu früh.

Als Hochinzidenzkommune hatte der Landkreis Gifhorn zwischenzeitlich eine 7-Tage-Inzidenz von 186, der Wert hat sich bei seit Tagen fallenden Werten halbiert (am Montag 92,9). Matthias Rüger, in der Kreisverwaltung der Abteilungsleiter für Katastrophenschutz, verweist aber auf ein uneinheitliches Infektionsgeschehen, auch mit Blick auf die Nachbarregionen: „Wir sind keine Insel.“ So liege die Inzidenz in Uelzen bei 75, im Kreis Salzwedel bei 170, in Salzgitter über 330. Daher könne man sich in Gifhorn „auf den aktuellen Werten nicht ausruhen“. Dass die Zahl im Landkreis Gifhorn am Montag gegenüber Sonntag wieder um zirka 20 nach oben ging, lag laut Rüger an Nachmeldungen.

Landrat Dr. Andreas Ebel dankte der Bevölkerung für die Disziplin der letzten Wochen und appellierte an alle Bürger, sich weiterhin an die Regeln zu halten und damit dafür zu sorgen, dass die moderaten Lockerungen und die „gute Ausgangslage“ nicht wieder verspielt werden. Er verwies auch auf neue Risiken durch die indische Virus-Mutation.

Amtsarzt Josef Kraft sagte, das Gesundheitsamt sei dankenswerterweise in etwas ruhigerem Fahrwasser als zuletzt. Er mahnte ebenfalls, im privaten Bereich weiterhin vorsichtig zu sein. Nur 8 Prozent der Infektionen entfielen derzeit auf Einrichtungen (Kitas, Schulen, Heime), die restlichen 92 Prozent auf private Begegnungen.

Die aktuellen Verhaltensregeln werden im Landkreis Gifhorn durch die niedersächsische Corona-Verordnung definiert. Steigt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen (Sonn- und Feiertage eingeschlossen) über 100, dann muss die Kreisverwaltung die Bundesnotbremse ziehen. „Da reden wir jetzt über eine Automatik“, sagte der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter, Spielräume habe die Kreisverwaltung nicht mehr. Am ersten Tag nach den drei Über-100-Tagen müsste die Kreisverwaltung die Notbremsung förmlich feststellen, ab dem Folgetag würde sie dann gelten. Zur Aufhebung der Notbremse müsste die Inzidenz im Kreisgebiet (maßgeblich ist jetzt stets der RKI-Wert) fünf Tage in Folge unter 100 liegen, Sonn- und Feiertage zählen dabei jedoch nicht mit. Das könne natürlich zu einem „Ping Pong“ der jeweils aktuellen Regeln führen, räumte Walter ein.

Unberührt von allem bleiben die AHA-Regeln bestehen. Für Kontakte gilt: ein Haushalt plus zwei Personen eines anderen Haushalts, plus Kinder bis 14 Jahre.

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