Ausfälle trotz Beregnung

Trockenheit setzt Landwirten im Gifhorner Nordkreis schwer zu

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Die Beregnungsanlagen helfen Landwirten bei der Trockenheit, lösen das Problem aber nicht vollständig.

Landkreis Gifhorn. Der kurze Nieselregen am gestrigen Vormittag war für Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbands in Gifhorn, keine Erleichterung. „Niesel hilft uns nicht. “ Denn die lang anhaltende Trockenheit setzt den Landwirten arg zu.

„Gott sei Dank können wir beregnen!“. Doch trotz des Einsatzes von Beregnungsanlagen müssen die Landwirte laut Böse mit Ernteeinbrüchen bis zu 30 Prozent rechnen.

„Man kann ja nicht überall gleichzeitig beregnen.“ Für das Getreide käme sowieso jede Hilfe zu spät, nun gelte es „irgendwie Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais durch den Sommer zu bringen.“ Dabei müssten die vorhandenen Ressourcen überlegt eingesetzt werden: Nicht nur seien die Kapazitäten der Anlagen und der Arbeitskraft begrenzt, die konstante Beregnung koste schließlich auch Geld. Knapp werde das Wasser aber nicht. „Die Wasserspeicher sind aus dem vergangenen Jahr gut gefüllt“, weiß Böse. „Obendrein verbrauchen wir das Wasser ja nicht, wir nutzen es nur.“ Über den sandigen Boden würde der Großteil des Wassers zurückfließen. „Klar verdunstet auch etwas und die Pflanzen nehmen auch einen Teil auf, aber der Großteil ist wieder nutzbar.“ Böse atmete durch. „Gott sei Dank haben wir die Beregnungsanlagen!“ Selbstverständlich sei das keineswegs, im benachbarten Sachsen-Anhalt dürften die Landwirte nicht beregnen. „Dort sind die Ausfälle noch wesentlich verheerender.“

Eine mögliche Konsequenz der Trockenheit könnte besonders tierhaltende Betriebe hart treffen: Futterknappheit. „Es gibt vier Schnitte im Jahr. Der zweite ist schon ausgefallen, beim dritten droht Ausfall“, so Böse. „Ohne Wasser kein Wachstum.“ Nun müsse man hoffen, dass die Maisernte nicht zu knapp ausfalle, damit über die Maissilage die Futterversorgung gesichert werden könne.

Von Dennis Klüting

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