Besuch aus Tirol in Gifhorn / Schülerzahl in Isenhagen steigt immer weiter

Augenoptiker strecken Fühler aus

+
Die Augenoptikerschule in Isenhagen ist attraktiv für junge Leute: Martin Biermann ist seit zwölf Jahren dort Leiter. Aktuell sei die Schülerzahl mit 363 so hoch wie noch nie in dieser Zeit.

Isenhagen/Gifhorn – Der Blickwinkel ist international ausgerichtet: Die Berufsbildenden Schulen (BBS) II in Gifhorn arbeiten an der Vorbereitung eines Erasmus+-Projektes und eines damit verbundenen Schülerbesuchs an der Augenoptikerschule in Isenhagen.

Dazu haben jetzt zwei Vertreter der Fachberufsschule für Fotografie, Optik und Hörakustik aus Hall (Tirol) den Landkreis Gifhorn besucht. Der Kontakt zwischen Isenhagen, Gifhorn und Österreich soll immer weiter ausgebaut werden.

Besuch aus Österreich: Jürgen Beyer (v.l.), Dr. Thomas Walter, Carsten Melchert, Karsten Kreutzberg und Andreas Bock hießen Markus Rainer (2.v.l.) und Michaela Vogl in Gifhorn willkommen. Natürlich wurde auch in Isenhagen vorbeigeschaut. 

Der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter empfing mit Karsten Kreutzberg, Fachbereichsleiter Schule, die österreichischen Gäste im Schloss der Kreisverwaltung: Berufsschuldirektor Markus Rainer sowie dessen Stellvertreterin Michaela Vogl. Beide wurden von BBS II-Leiter Carsten Melchert sowie von Jürgen Beyer und Andreas Bock als Vertreter der Abteilung Augenoptik in Isenhagen begleitet.

Nach einem gemeinsamen Gedankenaustausch lernten die Besucher aus Österreich bei einer Führung das Schloss und dessen Umgebung kennen. Walter hob die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen hervor: „So besteht die Möglichkeit, gute Ideen und Entwicklungen kennenzulernen und selbst weiterzugeben.“

Beyer erläutert im IK-Gespräch die Hintergründe der Partnerschaft, die seit 2015 bestehe. Die Augenoptikerschule ist als Europaschule anerkannt. Laut Beyer werden dank des Erasmus+-Programmes Kontakte mit europäischen Partnern, etwa in Finnland, Dänemark, Spanien oder eben auch Österreich, gepflegt. Bislang sei es als eine Art Einbahnstraße so gewesen, dass jährlich sieben Auszubildende aus Isenhagen für zwei Wochen in Hall waren. Nun geht es laut Beyer also darum, den Gegenbesuch aus Österreich zu organisieren, der spätestens in zwei Jahren stattgefunden haben soll. Zuvor ist aber noch eine Menge an Formalien zu erledigen.

Bei dem Besuch wurde sich jetzt auch fachlich viel ausgetauscht, etwa über die Lehrpläne. Beide Schulen ähneln sich laut Beyer bei den zeitlichen Abläufen der Ausbildung. Die Österreicher interessieren sich seinen Angaben nach für die deutschlandweit einzigartigen Praxistage in Isenhagen – als außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahme. Zum Rahmenprogramm des Besuchs hätten außerdem Ausflüge in die Kaiserpfalz in Goslar und ins Gifhorner Schlossmuseum sowie eine Klosterführung in Isenhagen gezählt.

Im dortigen Klosterspeicher, der nun durch die Augenoptiker genutzt werden soll, ist die Inneneinrichtung laut Beyer fast abgeschlossen. Nur Tische und Stühlen würden noch fehlen, das Licht und die Elektrik seien installiert. „Bis zum Sommer ist alles fertig.“ Das kommt der Schule angesichts der herrschenden Raumnot zupass: Denn die Schülerzahl steigt weiterhin mächtig an – von 301 Schülern ab 2015 auf 363 ab 2018.

„Das ist die höchste Zahl in den vergangenen zwölf Jahren, seitdem ich da bin“, sagt Leiter Martin Biermann auf IK-Anfrage.

VON PAUL GERLACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare