Waldkauz ist der Vogel des Jahres / Ausstellung bis Mitte Januar in Gifhorn

Augen groß wie Pampelmusen

Die Jahreslebewesen in künstlerischer Form sind noch bis zum 15. Januar zu bewundern
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Die Jahreslebewesen in künstlerischer Form sind noch bis zum 15. Januar zu bewundern

Gifhorn. Dunkle Iris, kleiner, gelblicher Hakenschnabel, runder Kopf ohne Federohren, so sieht er aus, der Vogel dieses Jahres. Der Waldkauz ist nun im Bildungszentrum im Mittelpunkt.

Kunstwerke von Kindern und Erwachsene in Ton, auf Papier, als Fotografie und Gemälde zeigten den Vogel des Jahres, aber auch andere Jahreslebewesen wie Fichte (Baum des Jahres), Flunder (Fisch), Klatschmohn (Blume), Pekingente (gefährdete Nutztierrasse), Goldene Acht (Schmetterling), Schöne Landdeckelschnecke (Weichtier) oder den Frankenwald (Waldgebiet).

Auch ein ausgestopftes Waldkauzexemplar ist in der Ausstellung des Gifhorner Bildungszentrum zu sehen.

Bärbel Rogoschik, Leiterin des Nabu-Artenschutzzentrums in Leiferde, informierte über den gefiederten Freund, der sich fast in ganz Europa breitgemacht hat, aber dennoch bedroht ist. Denn die unbedingt für einen Nestbau nötigen alten Höhlenbäume werden immer seltener. Dazu fehlen in den Monokulturen die Ansitzwarten und Tagesverstecke für den nachtaktiven Vogel, der außer Mäuse auch Maulwürfe, Ratten, Singvögel oder größere Käfer frisst.

Rund 28 Tage brütet das Weibchen alleine, während der Waldkauzgemahl, dem sie ein Leben lang treu bleibt, das Futter ranschaffen muss. Auch deswegen ist der Waldkauz, der einige Verwandte wie Schleiereule, Habichtskauz, Waldohreule oder die größte aller Eulen, den Uhu hat, der ihn bisweilen auch als Nahrung sieht, durchaus auch nützlich für den Menschen. Mäuse sind seine Leibspeise, die er normalerweise in einem Stück verschluckt, bevor er nach einiger Zeit die unverdaulichen Teile als Gewölle ausspeit, erklärte Rogoschik. Das führt dazu, dass er sich auch bisweilen in landwirtschaftlichen Scheunen ein Nest baut oder in anderen menschlichen Gebäuden. Ansonsten ist der Waldkauz mit seinem markanten, heiseren „Kszik“-Ruf auch aus vielen Krimis oder Gruselfilmen nicht wegzudenken.

Gerade zu dieser Jahreszeit hört man ihn des Nachts, erläuterte Rogoschik, denn just am Ende des Herbsts beginnt die Waldkauz-Balz. Bei aller Pracht sind Waldkäuze klein, wenn man das Federkleid wegrechnet. Lediglich die Augen sind riesig. „Auf den Menschen umgerechnet, müssten wir Augen groß wie Pampelmusen haben“, so Rogoschik. Die Augen der Vögel sind stets nach vorne gerichtet und unbeweglich. Dafür können sie ihren Hals um 270 Grad drehen. Der Mensch könnte einiges für das Wohl der Waldkäuze tun, appellierte Rogoschik. Intakte Mischwälder mit alten Höhlenbäumen zu erhalten seien mit das Wichtigste.

Die Ausstellung zu den Jahreslebewesen 2017 ist noch bis zum 15. Januar in den Räumen des Bildungszentrums zu sehen.

Von Burkhard Ohse

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