Umfrage der Handwerkskammer bestätigt erneut positive Entwicklung

Aufschwung im Handwerk

+

Braunschweig. Die positive wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk hält ungebremst an.

In ihrer Herbstkonjunkturumfrage hat die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade beim Geschäftsklimaindex einen neuen Spitzenwert von 72 Punkten gemessen – vier Punkte mehr als im Vorjahr. „In weiten Teilen des Handwerks stellt sich die wirtschaftliche Lage hervorragend dar. Mit 53 Prozent beurteilt inzwischen jeder zweite Betriebsinhaber seine Geschäftslage als gut“, erläutern die Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Norbert Bünten und Otto Schlieckmann.

Hinzu kommen laut Herbstumfrage 38 Prozent, die ihre Geschäftslage als befriedigend werten. Zusammengezählt bewerten damit 91 Prozent der Betriebsinhaber die derzeitige Handwerkskonjunktur positiv.

Und trotz Euro-Krise und der bevorstehenden kälteren Jahreszeit zeigen auch die Zukunftserwartungen im Handwerk nach oben: 18 Prozent der befragten Handwerksbetriebe erwarten in den kommenden Monaten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, während nur 14 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.

Mit 52 Prozent meldete jeder zweite Handwerksbetrieb im dritten Quartal des Jahres stabile Umsätze, 29 Prozent konnten den Umsatz steigern. Nur 19 Prozent verzeichneten rückläufige Umsätze. Auch für die nahe Zukunft sind die Umsatzerwartungen im Handwerk positiv.

Ein deutliches Plus gab es auch bei der Beschäftigung: 21 Prozent der befragten Betriebe nahmen Neueinstellungen vor und erhöhten die Zahl ihrer Mitarbeiter, lediglich acht Prozent reduzierten Personal.

Angesichts der guten Auftragslage sind qualifizierte Mitarbeiter weiterhin gefragt. 28 Prozent der Betriebe geben eine hohe Auslastung zwischen 90 und 100 Prozent an, weitere zwölf Prozent sind sogar zu mehr als 100 Prozent ausgelastet.

Besonders gut ist die Stimmung derzeit im Bauhauptgewerbe und im Ausbauhandwerk, wo der Geschäftsklimaindex jeweils einen Wert von 80 Punkten erreichte und 64 Prozent (Bau) beziehungsweise 63 Prozent (Ausbau) der befragten Inhaber die Geschäftslage als gut bewerten.

Ebenfalls hoch ist der Geschäftsklimaindex in den Handwerksbetrieben für den gewerblichen Bedarf, die vor allem als Zulieferer der Industrie tätig sind, und in den Nahrungsmittelhandwerken (jeweils 70 Punkte).

Der deutlichste Anstieg des Geschäftsklimaindex war im Kraftfahrzeughandwerk festzustellen, wo der Wert gegenüber dem Vorjahr um 14 Punkte auf jetzt 64 Punkte zulegte. Eine gegenläufige Entwicklung gab es hingegen in den Gesundheitshandwerken, wo der Geschäftsklimaindex um 15 Punkte auf 35 Punkte fiel und im dritten Quartal spürbare Umsatzrückgänge zu verzeichnen waren.

„Die Umfrageergebnisse bestätigen einmal mehr, dass die Leute in Zeiten wachsender Unsicherheiten auf den Finanzmärkten eher gewillt sind, ihr Geld ins Eigenheim zu investieren“, sagen die Kammerhauptgeschäftsführer Bünten und Schlieckmann. Insbesondere bei der energetischen Sanierung von Gebäuden gebe es aber nach wie vor ein gewaltiges unerschlossenes Potenzial. Um tatsächlich zu der im Energiekonzept der Bundesregierung angestrebten Verdoppelung der Sanierungsrate zu kommen, seien zusätzliche steuerliche Anreize unverzichtbar.

Mit Blick auf die Gesundheitshandwerke und die verbrauchernahen Dienstleistungshandwerke fordern die Hauptgeschäftsführer faire Wettbewerbsbedingungen und appellieren an die Verbraucher, sich nicht allein am Preis zu orientieren: „Gute handwerkliche Qualitätsarbeit hat ihren Wert – das gilt für die Leistungen der Augenoptiker oder der Friseure genauso wie für die Arbeit der Tischler und anderer Handwerksberufe.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare