Thomas Cook: Insolvenz und ihre Auswirkungen 

Auch Nordkreisler gestrandet: Thomas-Cook-Pleite hält hiesige Reisebüros in Atem

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Kalt erwischt wurde auch so mancher Reisegast aus dem Isenhagener Land von der Thomas-Cook-Pleite.

Isenhagener Land – Die Insolvenz des Touristik-Riesens Thomas Cook hat Auswirkungen für Hunderttausende Urlauber sowie die gesamte Reisebranche in Deutschland. Auch die hiesigen Reisebüros im Isenhagener Land haben damit zu kämpfen.

Eine Anfrage bei Briotours – mit fünf Büros in der Region vertreten – am Standort in Wittingen ergibt, dass im Isenhagener Land 15, 16 Buchungen betroffen sind.

Der Tourismus-Konzern Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. Die Auswirkungen halten auch die hiesigen Reisebüros kräftig auf Trab.

Nimmt man den Raum Gifhorn und Wolfsburg dazu, über 30. Hinter jedem dieser Aufträge stecken im Schnitt zwei bis drei Menschen, erläutert Reiseleiter Stan Schneider. Vordringlich gehe es nun darum, für diese Personen kurzfristig die Rückreise zu organisieren. Dann komme die Gruppe von Leuten hinzu, die Reisen bis zum einschließlich 31. Oktober antreten wollten und dies nun nicht mehr können. „Da gibt es noch Klärungsbedarf.“

Auch für 2020 hatten Nordkreisler natürlich bereits Reisen geplant. „Es werden sich Alternativen angeschaut“, sagt Schneider zur Vorgehensweise. Selbst stornieren könnten die Kunden selbstverständlich auch. Für die Reisebüros bedeutet die Pleite gerade einen deutlichen Mehraufwand, will Schneider nicht verhehlen. Allein durch die Pleite seien 40 Überstunden in seinem Team angefallen. Für Reisebüros gebe es auch finanzielle Folgen: Provisionen fallen durch die Pleite in nicht unerheblichem Maße weg (ohne, dass man für diesen Fall versichert ist), einer der großen Umsatzbringer bricht weg, es geht um relativ viele Fälle von Betroffenen, beim Ausweichen auf teurere Reisen machen einige Kunden nicht mit und die Reisebüros müssen teils auf Anbieter mit niedrigeren Provisionen als Thomas Cook ausweichen. Ebenfalls nicht einfach für die Reisebüros: Beim Zurückholen der Gäste gebe es auch einige Härtefälle und Ärger mit den Hotels, sagt Schneider.

Teils Urlaub beendet

Büroleiterin Mirja Lücke vom Tui-Reisecenter in Wittingen berichtet, dass man dort mit acht Buchungen verhältnismäßig wenig betroffen ist. Für die betroffenen Kunden sei das Ganze nichtsdestotrotz ärgerlich und die Summe erstmal weg. Etwas Neues auf die Schnelle zu buchen, sei natürlich eine Frage des Geldes. Im weiteren Fortgang des Verfahrens könnten sich die Kunden eventuell etwas von ihren Mehrausgaben wiederholen. In ihrem Büro sei durch die Pleite etwas Mehraufwand aufgelaufen, sagt Lücke. Zumindest die Insolvenz von Thomas Cook Deutschland sei unerwartet gekommen. Die Pleite des „altehrwürdigen Reiseveranstalters“ sei ein großer Einschnitt für die Gesamtbranche.

Das Reisebüro Koch in Wesendorf meldet: „Alle Gäste sind wieder da.“ Teils hätten sie ihre Urlaube abgebrochen, die Hotelrechnungen seien beglichen. Wer es sich leisten konnte, habe umgebucht. Nun leite man die Infos an den Insolvenzverwalter weiter. „Es ist sowohl für die Kunden als auch für uns schwierig“, heißt es. Damit habe man nicht rechnen könne, hoffe aber, dass es für Thomas Cook weitergehe.

VON PAUL GERLACH

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