Offenbar mehrheitlich Spätaussiedler bei Kundgebung / Polizei begleitet Zug durch Fußgängerzone

Asyl-Demo überrascht Gifhorn

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Gegen Asylpolitik: Etwas mehr als 100 Menschen zogen gestern durch Gifhorn.

bo/ard Gifhorn. Bei einer unangemeldeten Kundgebung zur Asylpolitik sind gestern etwa 100 bis 120 Menschen durch die Gifhorner Fußgängerzone gezogen. Dabei handelte es sich offenbar zu einem großen Teil um Spätaussiedler.

Die Polizei wurde von dem Marsch überrascht und begleitete den Zug mit acht Beamten und einigen Streifenwagen.

Ihren Ausgangspunkt nahm die Kundgebung gegen 14 Uhr auf dem Platz vor dem Rathaus. Die Demonstranten zogen bis zum Schillerplatz und zurück. Laut Polizeisprecher Thomas Reuter blieb „alles friedlich“. Die Beamten stellten mehrere Personalien fest, auch von einem Mann, der sich als Leiter der Versammlung zu erkennen gab.

Aus den Reihen der Marschierer waren Parolen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu hören. Offenbar nahm die Kundgebung starken Bezug auf Ereignisse wie in der Silvesternacht in Köln. Man sei „verängstigt“ und habe Bedenken, „minderjährige Töchter ins Schwimmbad zu schicken“. Zu hören war auch: „Wer anständig ist, darf bleiben.“ Einige der Teilnehmer trugen Plakate. Lautsprecher kamen nicht zum Einsatz.

Die Polizei entschloss sich Reuter zufolge zur Duldung und Begleitung des Zuges. Ob wegen der nicht angemeldeten Kundgebung ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit eingeleitet werde, müsse noch geprüft werden. Reuter betonte, es sei nicht zu Volksverhetzung gekommen.

Welche Strukturen hinter der Kundgebung stehen, ob es sich eher um eine spontane Aktion gehandelt hat – all das blieb gestern offen. Einige Marschierer thematisierten Reuter zufolge durchaus ihren eigenen Migrationshintergrund. Als „wohl eher informell“ betrachtet man bei der Polizei die Auskunft einzelner Teilnehmer, man marschiere im Namen von „Gigida“. Ein Teil der Demonstranten kam laut Reuter aus dem Landkreis Celle.

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