Verschriebene Medikamente sind in vielen Fällen nicht vorrätig

Arzneimangel in Apotheken

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Das Rezept vom Arzt ist nicht immer Garantie dafür, dass der Patient das Medikament auch erhält. Manchmal hat es Rebekka Refardt, Mitarbeiterin in der Dieckmanns Apotheke in Wittingen, nicht vorrätig. Engpässe in den Apotheken häufen sich.

Landkreis Gifhorn. Die Fälle häufen sich: Patienten stehen mit ihrem Rezept am Tresen der Apotheke und der Pharmazeut kann nicht weiterhelfen. Das Medikament ist nicht vorrätig und wird auch so schnell nicht wieder in der Schublade liegen.

„Es kommt vor, dass das Medikament nicht nur ein Hersteller nicht liefern kann, sondern die Arznei gar nicht zu haben ist“, sagt Maren Pannek. Im vergangenen Jahr habe sie das in ihrer Apotheke in Brome mehrfach erlebt.

Viel öfter jedoch müssen die Apotheker Medikamente anderer Hersteller herausgeben als die vom Arzt verschriebenen. Der Grund dafür liegt in der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Rabattierung. Die gibt es schon seit der Rot-Grünen Bundesregierung. „In diesen Wochen ist das Problem aber teilweise dramatisch geworden“, sagt Anja Hugenberg, Sprecherin der Apothekenkammer Niedersachsen. Ein Grund sei die Marktkonzentration. Es gebe Medikamente, die weltweit nur noch von einem einzigen Unternehmen hergestellt werden, sagt Ahmed El-Hawari. Er betreibt die Zentrum-Apotheke in Wesendorf. „Außerdem wird ein Großteil der Arzneien in China oder Indien produziert“, weiß Karsten Kühnel, Inhaber von Dieckmanns Apotheke in Wittingen. Da seien die Lieferwege lang, auf eine steigende Nachfrage könne daher nicht flexibel reagiert werden. „Und wenn eine Charge einmal ganz ausfällt, dauert es sechs Wochen oder länger, bis der nächste Container in Deutschland ankommt“, so Kühnel.

Leidtragende sind die Patienten. Sie müssen auf andere Medikamente mit einem gleichen Wirkstoff ausweichen. Das allerdings kann insbesondere bei Hormonpräparaten problematisch sein.

Von Jens Schopp

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