Kreis Gifhorn: Jedes siebte Kind droht von Entwicklung betroffen zu werden

Das Armutsrisiko steigt

Immer mehr Kinder sind von Armut betroffen. Foto: dpa
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Immer mehr Kinder sind von Armut betroffen. Foto: dpa

Landkreis Gifhorn. Das Risiko, arm zu werden, ist in Niedersachsen gestiegen. Die sogenannte Armutsgefährdungsquote lag 2013 im Land bei 15,8 Prozent und damit um 0,6 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor.

Laut Landesamt für Statistik Niedersachsen gelten zirka 1,2 Millionen Niedersachsen als armutsgefährdet – nahezu jede sechste Person. Und auch vor dem Landkreis Gifhorn macht diese Entwicklung nicht Halt.

„Jedes siebte Kind ist bei uns von Armut bedroht“, sagt Martina Hartwig, Leiterin des Fachbereichs Jugend im Gifhorner Kreishaus. Bei rund 31 000 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wären das um die 4430 Personen. Damit liegt die Quote mit 14,2 Prozent mehr als eineinhalb Punkte unter dem Landesdurchschnitt. „Dass wir unter dem Landesdurchschnitt liegen, ist sicher auch der Nähe zu VW in Wolfsburg geschuldet“, sagt Hartwig. Die Arbeitsplatzsituation im Landkreis sei nach wie vor gut.

Allerdings: Ausweislich des Sozialberichtes des Landkreises Gifhorn von 2012 lag die Armutsgefährdungsquote damals bei 10,5 Prozent. Vor zwei Jahren lag sie in ganz Niedersachsen bei 14,6 Prozent. Insofern ist sie im Landkreis im Vergleich zum Landesdurchschnitt in den vergangenen zwei Jahren rasant nach oben geklettert.

Eine höhere Dichte von Menschen, die armutsgefährdet sind, sei im Nordkreis anzutreffen, sagt Martina Hartwig. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens der jeweiligen Region verfügt. Zum Einkommen zählen sämtliche Einkünfte eines Haushalts, auch die Sozialleistungen. Die Armutsgefährdungsschwelle eines Ein-Personen-Haushalts lag in Niedersachsen im vergangenen bei 887 Euro.

Arbeitslosigkeit, Alleinerziehen sowie Scheidung oder Trennung münden in nicht wenigen Fällen in Hartz IV. Aber auch Menschen, die so wenig verdienen, dass ihr Gehalt zum Lebensunterhalt aufgestockt werden muss, sind armutsgefährdet. Besonders betroffen seien die Kinder, weiß Martina Hartwig. Mit dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket könne man bei den Betroffenen einiges abfedern. Mit diesen Mitteln könnten beispielsweise Vereinsmitgliedschaften oder Nachhilfeunterricht finanziert werden. Berechtigt seien Bezieher von Hartz-IV-Mitteln und Empfänger von Wohngeld.

Die Zahl der Klienten der AWO-Schuldnerberatung in Gifhorn habe sich über die Jahre kaum verändert, sagt Geschäftsführerin Marianne Höpken. 2013 betreute die Beratung kreisweit 213 Langzeitfälle. Die Überschuldung resultiere meist aus Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Trennung. Auch Unfälle und Suchterkrankungen seien häufig ein Grund für den wirtschaftlichen K.o.

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