Quote steigt für Niedersachsen an, fällt aber für Region des Landkreises Gifhorn

Die Armutsgefahr sinkt  – aber: Risiko noch immer hoch

Die Gefahr, in Armut abzurutschen, ist in der Region des Landkreises Gifhorn gefallen, aber immer noch hoch.
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Die Gefahr, in Armut abzurutschen, ist in der Region des Landkreises Gifhorn gefallen, aber immer noch hoch.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Hannover/Gifhorn. Die Gefahr, in Armut abzurutschen, ist in Niedersachsen im Jahr 2015 angestiegen. Das teilte das niedersächsische Landesamt für Statistik jetzt mit. Im Landkreis Gifhorn ist diese Gefahr von 2014 auf 2015 zwar gesunken, jedoch bedeutet das keine Entwarnung.

Denn die Region, in der der Landkreis mit eingeordnet wurde, wies 2014 die höchste Armutsgefahr Deutschlands aus.

Die Armutsgefährdungsquote lag im Jahr 2015 in Niedersachsen bei 15,9 Prozent und damit um 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Das war die höchste Quote seit der ersten bundesweit vergleichbaren Berechnung für das Jahr 2005. Dementsprechend gelten zirka 1,23 Millionen Menschen in Niedersachsen als armutsgefährdet. Bundesweit lag die Armutsgefährdungsquote 2015 bei 15,7 Prozent. Der Landkreis Gifhorn, der mit Wolfsburg, Helmstedt, Wolfenbüttel, Braunschweig, Salzgitter und Peine zu einer Region zusammengefasst wird, hatte mit 18,1 Prozent die bundesweit höchste Quote in 2014. Diese sank aber 2015 auf 17,5 Prozent.

Als armutsgefährdet gelten alle Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 60 Prozent des regionalen Durchschnitts, gemessen am Median. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2015 in Niedersachsen für einen Einpersonenhaushalt bei 930 Euro, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1952 Euro.

Für fast alle Bevölkerungs- und Altersgruppen in Niedersachsen erhöhte sich die Armutsgefährdung im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hohe Zunahmen waren bei alleinerziehenden Müttern und Vätern zu verzeichnen; die Quote stieg hier um 5,0 Prozentpunkte auf 46,6 Prozent. Unter den Kindern und Jugendlichen war jede beziehungsweise jeder Fünfte unter 18 Jahren von Armut gefährdet: Die Quote erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozentpunkte auf 20,8 Prozent.

Auch für Haushalte von zwei Erwachsenen und zwei Kindern kam es zu einem Anstieg von 1,6 Prozentpunkten, wobei die Quote hier noch einen vergleichsweise niedrigen Wert von 11,7 Prozent hatte. Auf dem Niveau des Vorjahres blieben unter anderem die Armutsgefährdungsquoten der über 65-Jährigen (2014 und 2015: 15,3 Prozent) und der Haushalte mit zwei Erwachsenen ohne Kind (9,0 Prozent; -0,1 Prozentpunkte).

„Wir beobachten diese Zahlen mit großer Sorge“, erklärt Kreisrat Rolf Amelsberg. „Besonders bei Alleinerziehenden und älteren Mitbürgern besteht da ein erhöhtes Risiko.“ Da die Zahlen des Landesamtes für Statistik auf dem Mikrozensus basieren, liegen auch dem Landkreis keine lokalen Zahlen zu dieser speziellen Quote vor. Bei einer Konferenz Anfang Oktober in Lüneburg zum Thema Armut hofft Amelsberg aber, detailliertere Informationen für den Landkreis Gifhorn zu erhalten.

Von Dennis Klüting

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