Anschluss nicht verpassen

Landrätin Marion Lau begrüßte die Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises, denen das Instrument zur Schulentwicklungsplanung vorgestellt wurde. Foto: Ohse

Gifhorn. Wenn es um die Schulentwicklungsplanung geht, will der Landkreis nichts dem Zufall überlassen. In Zusammenarbeit mit der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) sollen umfangreiche Daten zu Schulen und Schülern verarbeitet werden, um eine fundierte Entscheidung für die kommenden Jahre zu ermöglichen.

„Letztlich muss aber die Politik entscheiden. Eine inhaltliche Diskussion ersetzt das System nicht“, sagte KGSt-Mitarbeiter Rainer Korte im Rittersaal des Schlosses bei der Vorstellung des Systems. „Wir dürfen als Landkreis den Anschluss nicht verpassen, sondern wir müssen besser werden, was das Schulangebot angeht“, hatte Landrätin Marion Lau bei der Begrüßung vor den Hauptverwaltungsbeamten und Fachbereichsleitern für Schulen aus dem ganzen Landkreis erklärt.

Vier Landkreise in unterschiedlichen Situationen, außer dem Landkreis Gifhorn, werden die Landkreise Osnabrück, Ostvorpommern und Nordfriesland an dem Projekt beteiligt, sind von Februar bis April untersucht worden, erklärte Korte. Die KGSt entwickle so ein Handwerkszeug, das bei der Schulentwicklungsplanung helfe.

„Es wurden Kriterien für eine Entscheidungsfindung erarbeitet“, zählte Korte auf. Gesamtkosten des Schulgebäudes, Quadratmeter Fachunterrichtsraum, Leerstandsflächen, Computer- oder Internetplatz in der Schule, IT- und Medieninvestition sowie die Gesamtkosten, jeweils auf einen Schüler bezogen, werden für eine Entscheidungsfindung zu Rate gezogen. Hinzu kommen Kriterien wie Kosten für die Schülerbeförderung, Erhaltungssaufwand für Gebäude bis hin zu Kosten für den Denkmalschutz oder Zahl der Schüler pro Sekretariatsstelle und Betriebskosten.

Zusätzlich werden Ko-Kriterien berücksichtigt, sagte Korte, etwa rechtliche Einschränkungen oder gesetzliche Vorschriften, aufgrund derer man einen Schulstandort ad acta legen muss. Mit 50 Prozent sollen die Kosten mit acht Bewertungskriterien in die Bewertung eingehen, zu 30 Prozent die Gebäudequalität mit elf Kriterien wie Ganztagsschuleignung, Inklusionsfähigkeit, Sportplatz und schulische Infrastruktur und zu 20 Prozent mit sieben Kriterien die Standortqualität.

Bei der Standortqualität würden die prognostizierten Schülerzahlen und die Folgen einer Schulaufgabe oder eines zusätzlichen Standorts berücksichtigt. „Doch das sind keine festen Zahlen, sie können jederzeit je nach politischem Willen variiert werden“, sagte Korte. Unter dem Strich gebe es eine Punktzahl, die aus der Kriteriensicht die bestmögliche Schule zeige, wenngleich das Ergebnis bei anderer Gewichtung ein anderes sein könne.

„Zuvor muss man auch über die Verbindlichkeit der Untersuchung abstimmen und die Gewichtung, die Kriterien und die Ziele klären“, so Korte. „Das vorgestellte Instrument ist nur ein technisches Instrument und ersetzt keine inhaltliche Diskussion. Es unterstützt nur die Fachplanung, so dass Konflikte beherrschbarer sind.“

Laut Karsten Kreutzberg, Fachbereichsleiter Schulen, soll damit auch ermöglicht werden, vorherzusagen, wenn ein Standort neu geschaffen werden sollte. Kreisrätin Evelin Wißmann sagte, dass die Verwaltung sich nach der Kommunalwahl zusammensetzen werde, um mit der Politik Kriterien und Gewichtung festzulegen. „Das wird sicherlich nicht einstimmig, dazu ist das Thema zu kontrovers“, prognostizierte sie.

Von Burkhard Ohse

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