In Deutschland sterben jährlich etwa 10 000 Menschen an Folgen der Grippe

Amtsarzt rät zur Impfung

Sich mit einem aktuellen Influenza-Impfstoff immunisieren zu lassen, rät der Amtsarzt. Foto: dpa

Landkreis Gifhorn. „Wer sein Risiko einer saisonalen Influenzainfektion effizient senken will, muss sich einmal im Jahr, am besten in der Zeit zwischen September und November, mit einem aktuellen Influenza-Impfstoff immunisieren lassen“, rät Amtsarzt Josef Kraft.

Obwohl die Impfung wirklich nebenwirkungsarm sei und einen guten Schutz biete, sei die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung so niedrig, dass die Weltgesundheitsorganisation die jährliche globale Krankheitsbelastung auf bis zu einer Milliarde Infektionen schätzt, wobei es bei drei bis fünf Millionen Infizierten zu schweren Erkrankungen kommt und zwischen 300 000 und 500 000 Menschen an der Infektion sterben.

Auch in Deutschland erkranken pro Jahr zwischen vier und fünf Millionen Menschen, von denen etwa 10 000 jährlich an der Grippe sterben. „Besonders betroffen sind ältere und immungeschwächte Menschen, bei ihnen kann es im Krankheitsverlauf häufig zu Komplikationen wie bakterielle Lungenentzündung kommen und bis zu 30 Prozent der Kinder entwickeln eine Mittelohrentzündung als Influenzakomplikation“, weiß Kraft.

Die große Variabilität der Influenzaviren ist, so der Amtsarzt, verantwortlich für die Notwendigkeit einer jährlichen Impfung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt alle Jahre wieder im Februar die Zusammensetzung des Influenzaimpfstoffes für die folgende Grippesaison bekannt. Es wird also jedes Jahr ein neuer Impfstoff gegen Influenza hergestellt. Die Grippeimpfung ist die wirksamste und kostengünstigste Maßnahme zur Influenzaprophylaxe. Es sollten alle Personen über 60 Jahre, Personen mit chronischer Erkrankung sowie Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen geimpft werden. Besonders wichtig ist auch die Grippeimpfung bei den Personen mit erhöhter Ansteckungsgefahr für eine Grippeinfektion, vor allem medizinisches Personal in den Praxen, Krankenhäusern, in der Altenpflege sowie auch Personen, die einen umfangreichen Publikumsverkehr um sich haben. So wird eine Influenzaansteckung der betreuten Patienten oder Kontaktpersonen verhindert.

In Niedersachsen ist in den öffentlichen Empfehlungen der Landesgesundheitsbehörde bereits aufgenommen, dass als Sonderregelung die Schutzimpfung gegen Influenza für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat sowie für Jugendliche und Erwachsene jeden Alters empfohlen wird.

„Noch vor Beginn der Grippesaison sollte jeder seinen Hausarzt auf eine Grippeimpfung ansprechen. Dabei sollte auch der Gesamtimpfstatus überprüft werden“, rät der Amtsarzt. Für Fragen zu Impfungen steht der Amtsarzt Josef Kraft im Gesundheitsamt Gifhorn unter der (0 53 71) 8 27 00 zur Verfügung.

Von Carola Peiser

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