In Alarmbereitschaft

Schweinepest: Auch der Landkreis Gifhorn wappnet sich

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Mastschweine zählen zu den Tieren, die durch die Schweinepest zuvorderst gefährdet sind.

Landkreis Gifhorn – „Wir sind in höchster Alarmbereitschaft“, hat Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast jüngst verlauten lassen – und die Bauern im Land dabei zu Wachsamkeit aufgerufen.

Ursache des Appells: In Westpolen, 80 Kilometer östlich der brandenburgischen Landesgrenze, war bei Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Daher beschäftigen sich auch die Behörden im Landkreis Gifhorn längst mit dem Fall der Fälle.

Die Tierseuche trifft Haus- und Wildschweine, für den Menschen ist sie ungefährlich. Schäden werden vor allem wirtschaftlicher Art sein und vor allem Schweinehalter treffen, auch Jäger gehören zu den Betroffenen – und die Kommunen.

„Die Frage ist nicht, ob die Seuche Niedersachsen erreicht, sondern wann“ – das hat Wittingens Stadtbürgermeister Andreas Ritter aus bisherigen Gesprächen auf Verwaltungsebene mitgenommen. Der Landkreis und auch seine Städte und Gemeinden wären bei einem Ausbruch der Seuche im Kreisgebiet gefordert, Ordnungsamtsleiter thematisieren das Vorgehen in ihren regelmäßigen Besprechungen.

Wird ein verendetes Wildschwein gefunden, das das ASP-Virus in sich trägt, dann muss rund um den Kadaver eine Sperrzone errichtet werden, dem Vernehmen nach geht es um drei Kilometer Durchmesser. In diesen Pufferzonen werde es „Einschränkungen für Wild- und Hausschweine“ geben, erklärt Kreisveterinär Dr. Mario Ruppert auf IK-Anfrage. Schweinehaltende Landwirte müssten mit „erheblichen Sperrmaßnahmen ihrer Betriebe“ rechnen. Die Mindereinnahmen seien vorab nicht zu beziffern.

Auch die Höhe der Kosten der Kommunen für solch ein Sperrgebiet sei im Voraus nicht zu benennen, so Ruppert. Auf die Jägerschaft kämen Beeinträchtigungen bei der Jagd und bei der Vermarktung von Schwarzwild zu.

Landwirten wird geraten, durch hohe Betriebshygiene möglichst gute Prophylaxe gegen ein Einschleppen des Erregers zu betreiben. Privatleute sind angehalten, Lebensmittelreste ordnungsgemäß zu entsorgen, sodass Wild- und Hausschweine nicht damit in Berührung kommen können. Denn neben der Infizierung per direktem Kontakt über Sekrete gilt auch die Aufnahme von Speiseabfällen (Schweinefleischerzeugnissen) durch die Tiere als möglicher Weg der Ansteckung. Auch ein achtlos weggeworfenes Butterbrot an der A 2 könnte also theoretisch den ersten ASP-Alarm in Niedersachsen nach sich ziehen.

Man gehe zwar, so Ruppert, von einer „hohen Gefahr der Einschleppung“ aus – Ort und Zeitpunkt könne man aber nicht vorhersagen.

VON HOLGER BODEN

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