Quadratmeter zur Ansicht

Aktion gegen Massentierhaltung in Gifhorn

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26 Hühner auf einem Quadratmeter – wie das aussieht, das demonstrierten die Mast-Gegner in Gifhorn.

Gifhorn/Wittingen – Gegen Massentierhaltung demonstrierte ein breites Bündnis am Ceka-Brunnen in der Gifhorner Fußgängerzone.

„Der BUND, Nabu, Grüne, die Kampagne gegen Tierfabriken und viele private Tierschützer haben zwar sonst auch andere Ziele, aber bei diesem Thema sind wir vereint“, erklärte Henrik Werner, Sprecher der Grünen im Kreis.

Grund für die Demonstration sind vor allem die geplante Erweiterung der Massentierhaltung in Ohrdorf auf sowie Betriebe oder Vorhaben in Darrigsdorf, Lüben, Zahrenholz. „Insgesamt sind dann im Jahr mehr als 5,6 Millionen Tiere im Landkreis in Massentierhaltung“, rechnete Werner vor. Und die Enge der Haltung lasse es nicht zu, dass die Tiere ihrer natürlichen Lebensweise und ihren Instinkten nachgehen könnten. „Dabei steht der Tierschutz im Grundgesetz“, so Werner. „Wir wollen die breite Öffentlichkeit sensibilisieren, damit solche Art der Massentierhaltung verhindert wird.“

Zur Verdeutlichung stand eine einen Quadratmeter große Platte mit Strohhühnern auf dem Boden. 26 Hühner dürfen derzeit auf einer Fläche dieser Größe gehalten werden. Das entspreche nicht dem Tierwohl, hieß es. Auch die Preise von bis unter sieben Euro pro Kalb zeigten, was heutzutage ein Tierleben wert sei.

Zudem gehe es um Dünger und resistente Keime, die bei der Massentierhaltung ein Problem darstellen. 33 000 Tote gab es im vergangenen Jahr durch resistente Keime in der EU. Man wolle Augen und Ohren offen halten und bei Rats- und Ausschusssitzungen Präsenz zeigen.

Kritik gab es für die Verantwortlichen in Wittingen. „Es gibt keine Informationen darüber, wie es weitergeht, weder von der Politik noch von der Verwaltung“, meinte Werner. Aber man sei froh, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen. „Denn wenn die Gesellschaft was von den Landwirten will, muss sie den Landwirten etwas zurückgeben“, so Werner. Was die Gesellschaft nach seiner Auffassung tun könne, sagte er auch: Aufmerksam bleiben und die Ernährungsgewohnheiten ändern, mehr in Richtung Pflanzen.

VON BURKHARD OHSE

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