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Ärztin Marit Seehase verstärkt jetzt Gifhorner Gesundheitsamt

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Von: Burkhard Ohse

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Tobias Heilmann und Christine Gehrmann freuen sich über die neue Ärztin im Gesundheitsamt, Marit Seehase.
Tobias Heilmann und Christine Gehrmann freuen sich über die neue Ärztin im Gesundheitsamt, Marit Seehase (Mitte). © Ohse, Burkhard


Gifhorn – „Da haben wir uns selber einmal bedient“, sagt Landrat Tobias Heilmann. Denn Marit Seehase, neue Ärztin im Gesundheitsamt des Landkreises, hatte am Medizin-Mentoring in Gifhorn teilgenommen. Mit diesem Projekt sollen künftige Ärzte von alteingesessenen Ärzten in die Praxis eingeführt werden.

Seehases Lebensgefährte Jan Zander hat das in Leiferde bereits gemacht und inzwischen die Zahnarztpraxis von seinem Mentor übernommen. Er ist damit der erste Mentee, bei dem die Strategie, Ärzte für den Landkreis zu gewinnen, nachhaltigen Erfolg hatte. Im November 2016 hatte Seehase ihren Bewerbungsbogen für die Teilnahme am Medizin-Mentoring beim Landkreis abgegeben. „Sie war damit sozusagen eine Frau der ersten Stunde“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Christine Gehrmann, die das Programm initiierte.

Einblicke in die Praxis gewann Seehase dann beim Allgemeinmediziner Thomas Drescher in Wesendorf. „Das war eine tolle Zeit“, bestätigt Seehase. Im Winter 2021 bewarb sie sich als Ärztin im Fachbereich Gesundheit. Die Stelle hat sie nun am 15. August angetreten. „Besser konnte es für uns nicht laufen“, freut sich Heilmann darüber. Denn auch der öffentliche Gesundheitsdienst brauche dringend Ärzte, nicht erst seit der Pandemie.

Für Seehase war das Mentoring-Programm eine Bereicherung, wie sie sagt. „Mir hat das Projekt sehr geholfen, über das eher krankenhausnah organisierte Studium hinaus erste Eindrücke vom Praxisalltag und eine Orientierungshilfe für mögliche berufliche Ziele zu bekommen“, sagt sie. Vor allem über den Gesundheitsdienst in einer öffentlichen Verwaltung erfahre man im Studium gar nichts. Mit dem Mentoring-Programm hat sie auch gleich ein Netzwerk zu anderen Mentees und Mentoren aufgebaut. Zudem erhielt sie ein Stipendium des Landkreises.

Als der Landkreis Gifhorn während der Corona-Pandemie zur Mithilfe im Fachbereich Gesundheit aufrief, zögerte Seehase nicht lange, machte mit und lernte so den Gesundheitsdienst in der Verwaltung kennen. Das hatte Folgen. Denn ab da stand für sie fest, weiter als Ärztin im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten zu wollen. Folgerichtig war daher die Bewerbung auf eine Stelle im Gesundheitsamt. Im kommenden Jahr wird sie daher neben ihrer jetzigen Tätigkeit die Facharztausbildung als Fachärztin im öffentlichen Gesundheitswesen absolvieren. Es folgen zwei Jahre in einer anderen Disziplin, ein halbes Jahr Dienst in einer Psychiatrie sowie weitere Schritte.

Seehase rät angehenden Medizinern zum Mentoring-Programm. „Man kann viel lernen und sich ein Netzwerk aufbauen. Man hat immer Ansprechpartner.“ Das Mentoring-Programm „Junge Medizin Netzwerk Gifhorn“ gibt es auch weiterhin.

Interessenten können sich ab sofort bei der neuen Koordinatorin Anna Grohmann telefonisch unter (053 71) 82 711 oder per Mail an anna.grohmann@gifhorn.de melden.

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