Gifhorn: Polizei warnt vor Gefahren im Herbst

Achtung beim Überholen

Insbesondere beim Überholen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist Vorsicht geboten. Autofahrer müssen mit plötzlichem Abbiegen rechnen. Foto: Polizei
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Insbesondere beim Überholen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist Vorsicht geboten. Autofahrer müssen mit plötzlichem Abbiegen rechnen.

Gifhorn – „Deutlich spüren wir durch unterschiedliche Anzeichen, dass der Sommer dem Herbst weichen muss. Zwar war bereits am 22. September kalendarischer Herbstanfang, doch meteorologisch war er schon deutlich früher spürbar“, sagt Hans-Heinrich Kubsch, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Gifhorn.

Immer häufiger würden Autofahrer feuchte Fahrbahnoberflächen vorfinden, die, besonders gepaart mit herabfallendem Laub oder Schmutz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, zu einem äußerst gefährlichen Schmierfilm werden. Insbesondere im Bereich von Kurven und vor allem für Motorradfahrer ist diese „Schmierseife“ sehr tückisch und lebensgefährlich.

Ernte ist im vollen Gang

Die Kartoffelernte ist im vollen Gang, die Maisernte folgt und letztlich, bis in den Dezember hinein, die Rübenernte. Tagtäglich schieben sich landwirtschaftliche Züge und zum Teil überdimensionale Maschinen über die Straßen und sorgen für zähfließenden Verkehr. „Und dies wiederum harmoniert rein gar nicht mit unserem knappen Zeitmanagement, wenn wir ohnehin schon zu spät zu Hause weggekommen sind und dann nur noch 15 Minuten für 20 Kilometer Fahrstrecke bis zur Arbeit oder zum Arzttermin zur Verfügung stehen“, weiß Kubsch. Andererseits aber sind die heutigen Zugmaschinen schon wesentlich zügiger unterwegs als vor Jahrzehnten, sie fahren teilweise 40 bis 60 Stundenkilometer und passen sich dadurch der allgemein vorzufindenden tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeit auf Landstraßen an.

Achtung beim Überholen

Dies wiederum birgt andere Gefahren, denn während man einen Zug mit 25 km/h relativ schnell ein- und überholte hat, gestaltet sich das bei einem 40 bis 60 km/h fahrenden Zug ganz anders, der Überholweg und damit die Fahrzeit auf der Gegenfahrspur werden deutlich länger. Das sei zu bedenken, bevor man zum Überholen ausschert. „Vergewissern Sie sich lieber doppelt, wenn Sie zum Überholen ausscheren wollen, dass zeitgleich von hinten kein weiteres Fahrzeug dasselbe vorhat“, rät der Verkehrssicherheitsberater.

In keinem Gesetz steht geschrieben, dass Überholen immer nur vom ersten dem zu Überholenden folgenden Fahrzeug erfolgen darf, denn wenn dessen Fahrer sich nicht traut, dann müssen nicht alle anderen auch dahinter bleiben. Je weniger Abstand zu einem zu überholenden Fahrzeug (insbesondere wenn dieses noch unübersichtlich ist) gehalten wird, umso kleiner ist der Sichtwinkel, der erlaubt, links daran vorbei zu sehen. Daher rät Kubsch: „Halten Sie einen genügenden Sicherheitsabstand ein, um diesen Winkel deutlich zu vergrößern.“ Gerade bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist immer damit zu rechnen, dass diese plötzlich auf eine Weide oder einen Acker abbiegen, ohne dies rechtzeitig angezeigt zu haben. Das kann schnell tödlich enden. Auch sind landwirtschaftliche Fahrzeuge in der Dämmerung und Dunkelheit durch desolate lichttechnische Einrichtungen oftmals schlecht und sehr spät erkennbar.

Gefahren des Wildwechsels

Das Wild wechselt besonders in der Morgen- und Abenddämmerung gern zwischen Feld und Wald. Und wo ein Wildtier über die Straße wechselt, sollte der Fahrer deutlich die Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit bleiben, denn es folgen oft weitere Tiere. Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, sollte nicht ausgewichen werden, sondern das Fahrzeug in der Spur gehalten werden – und beherzt gebremst werden.

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