Angeklagte sollen mit EC-Kartendaten 140 000 Euro erbeutet haben

Abzocke an Geldautomaten

Auch in Groß Schwülper wurde ein Geldautomat manipuliert.
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Auch in Groß Schwülper wurde ein Geldautomat manipuliert.

Landkreis Gifhorn/Hildesheim. Ein Schaden in sechsstelliger Höhe und ausgespähte Daten von 250 Personen – das sind die Zutaten eines Prozesses, der heute vor dem Hildesheimer Landgericht beginnt.

Angeklagt sind zwei Männer, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, als Mitglieder einer international operierenden Bande mit dem sogenannten Skimming (das Ausspähen von Bankdaten an EC-Automaten) von April bis Oktober 2013 über 140 000 Euro erbeutet zu haben.

Die beiden zur Tatzeit 20 und 31 Jahre alten Männer konnten festgenommen werden, nachdem eine aufmerksame Mitarbeiterin der Filiale Groß Schwülper der Sparkasse-Gifhorn-Wolfsburg bemerkt hatte, dass der Geldautomat manipuliert worden war. Es bestätigte sich schnell der Verdacht, dass die Bankkarten-Daten von etwa 250 Kunden ausgespäht worden waren. In einem Wettlauf mit den Tätern gelang es der Sparkasse in Zusammenarbeit mit anderen Banken, deren Kunden an diesem Automaten Verfügungen getroffen hatten, alle betreffenden Karten bis zum Nachmittag zu sperren. Bis dahin hatten die Täter bereits 63 000 Euro zum Nachteil mehrerer Banken in Südosteuropa mit Kartendoubletten erbeutet.

Bei der von der Sparkasse sofort eingeschalteten Gifhorner Polizei ermittelten Spezialisten Übereinstimmungen mit ähnlichen Vorfällen in ganz Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen und konnten in Hannover Anfang Oktober zwei Tatverdächtige festnehmen. In dem Zuge stellte die Polizei weitere manipulierte Bauteile an einem Geldautomaten in Wolfsburg sicher, noch bevor die ersten Kunden die Bank betreten konnten. In der Wohnung der beiden Angeklagten beschlagnahmte die Polizei umfangreiches Beweismaterial wie Geldautomatenblenden, Einzugschachtvorsätze, Abformmaterialien und auch Blankokarten mit Magnetstreifen sowie Computer-Technik zum Auslesen der Kartendaten und zur Herstellung von Doubletten. Insgesamt etwa 1000 Bankkartendaten, schätzt die Staatsanwaltschaft, seien von den beiden Männern ausgespäht worden, die für eine ganze Serie sogenannten Skimming-Betruges verantwortlich sein sollen.

Um diese Masche zu verhindern, wird von der Polizei seit Jahren empfohlen, beim Einsatz von Bankkarten auf mögliche Manipulationen an Geld- und auch Fahrkartenautomaten zu achten und die Geheimnummer immer verdeckt einzugeben. Die Täter spähen die Geheimnummern in der Regel mit verdeckten Minikameras aus.

Von Angelika Jansen

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