„Bunt statt Braun“: Kundgebung in Gifhorn zu mehr Toleranz und gegen Gewalt

Abgrenzen von Fremdenhass

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Keine Störer, dafür wetterfeste Bürger demonstrierten für den Frieden: Gunter Wachholz sprach für den DGB.

Gifhorn. Aus vielen verschiedenen politischen Richtungen kamen die Menschen, die am Ostersamstag in der Fußgängerzone in Gifhorn für den Frieden demonstrierten. Das Bündnis „Bunt statt Braun“ hatte zu der Kundgebung aufgerufen.

Die eingeplanten afrikanischen Trommler mussten aufgrund des nieseligen Wetters passen, dafür ließen sich aber auch die sonst auftretenden extremistischen Störer nicht blicken. Vertreter von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und etlichen Initiativen dagegen zeigten Präsenz. „Die Bedrohungslage der Welt war noch nie so extrem wie in diesen Wochen und Monaten“, warnte der katholische Pastoralreferent Martin Wrasmann. Gerade jetzt würden starke Demokratien gebraucht und mutige Bürger, die auf die Straße gehen. „Wir müssen immer wieder zu Tausenden und millionenfach auf die Straße“, forderte er. „Es dürfen nicht diejenigen die Oberhand behalten, die den Krieg wollen. Das ist nicht im Sinne des Christentums, des Islams, des Judentums, des Buddhismus und des Hinduismus“, erklärte Wrasmann. „Die Sehnsucht nach Frieden darf nicht verloren werden. Mit dem Karfreitag hat sich für uns Christen Gewalt für immer erledigt. Und unser Bündnis ist breit aufgestellt“, betonte er.

Für den DGB protestierte Gunter Wachholz gegen Krieg und Aufrüstung in der Welt und nannte „den verheerenden Krieg in Syrien, die militärische Auseinandersetzung in der Ostukraine, die Terrorbarbarei der ISIS im nahen Osten und in der ganzen Welt, die Bürgerkriegsverhältnisse in weiten Teilen von Afrika und die äußerst bedrohliche Militärkulisse in Nordkorea als nur einige von vielen Beispielen, die zeigen, dass unsere Welt immer mehr aus den Fugen gerät“.

Er rief dazu auf, sich für die Achtung der Freiheit, für Demokratie und Gerechtigkeit einzusetzen. „Wir wollen ein Europa, in dem die Menschenrechte geachtet werden, in dem sich die Politik für eine verbesserte ökonomische und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen einsetzt, ein demokratisches Europa, und wir wollen ein Europa, das sich deutlich gegen Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit abgrenzt.“

Dabei forderte Wachholz auch eine „staatlich flankierte Umwandlung in der Rüstungsindustrie“. Die betroffenen Beschäftigten müssen laut ihm die Möglichkeit erhalten, auf gleichwertige Arbeitsplätze im zivilen Sektor zu wechseln. Zudem plädierte er für einen fairen Welthandel, Klimaschutz, eine aktive Umweltpolitik und Schutz für Flüchtlinge.

Als nächste Aktion plant das Bündnis vom 3. bis 8. Mai im Mehrgenerationenhaus im Georgshof eine umfangreiche Ausstellung über die Opfer der NS-Euthanasie. Schautafeln und ein Abschlussveranstaltung am 8. Mai um 19 Uhr mit den Historikern Dr. Manfred Grieger und Steffen Meyer setzen dabei Schwerpunkte bei den Ereignissen in unserer Region, erklärte Initiator Jörg Prilop. „Dabei wurden reichsweit innerhalb von sechs Jahren rund 300.000 kranke, wehrlose und hilfsbedürftige Menschen getötet.“

Von Burkhard Ohse

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