Kreistag bestätigt bisherige Praxis: Feste Sperrmülltermine statt Abrufsystem

Abfuhr bleibt unverändert

Im Kreis Gifhorn gibt es auch künftig drei feste Sperrmüll-Abfuhrtermine pro Jahr.
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Im Kreis Gifhorn gibt es auch künftig drei feste Sperrmüll-Abfuhrtermine pro Jahr.

Landkreis Gifhorn. Die Haushalte im Landkreis Gifhorn müssen sich nicht auf Änderungen bei der Sperrmüllabfuhr einrichten. Gestern hat der Kreistag mit großer Mehrheit die von der Verwaltung vorgeschlagene Abfuhr auf Anforderung abgelehnt.

Lediglich vier Abgeordnete votierten für dieses neue System, drei enthielten sich der Stimme. Damit bleibt es bei drei festen Sperrmüllterminen pro Jahr und der so genannten Expressabfuhr.

Quer durch alle Fraktionen stieß der Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung auf wenig Gegenliebe. Jochen Gese (CDU) erklärte, die Entsorgungsfirma Remondis könne nicht ausschließen, dass die Einführung eines Abrufsystems zu zusätzlichen Kosten führen werde. Angesichts dieses Risikos sei das Festhalten an der bisherigen Sperrmüll-Regelung „der richtige Weg, um Beitragssicherheit für die Gebührenzahler zu erhalten“, so Gese.

Auch für die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen, Piraten und Linken habe „oberste Priorität, dass sich die Abfallgebühren nicht erhöhen dürfen“, betonte Klaus Schneck (SPD). Er plädierte dafür, das alte System vorerst nicht zu verändern.

Allerdings sollte die Kreispolitik bereits jetzt über eine neue Abfuhr-Praxis nachdenken, die nach Ablauf des aktuellen Entsorgungsvertrages mit Remondis Ende 2017 in Kraft treten könnte, forderte Schneck. Mit Blick auf das Problem mit auswärtigen Sammlern, die im Sperrmüll wühlen, meinte er: „Wir müssen darüber nachdenken, wie man mit einer neuen Vertragsgestaltung eine Verbesserung der Sperrmüllabfuhr erreichen kann.“

Für ein Abfuhrsystem mit Weitblick sprach sich auch Nicole Wockenfuß (Grüne) aus. „Wir müssen eine Lösung für die Bevölkerung haben“, appellierte sie an die Kreispolitik. Einerseits sei es wichtig, dass ältere Menschen ihre Fernsehapparate unkompliziert entsorgen könnten, denn Altgeräte seien derzeit als Sperrmüllartikel verboten. Andererseits müsse man dafür Sorge tragen, dass Elektrogeräte nicht im Wald landen.

Die Unzufriedenheit der Bürger über den Sperrmüll, der am Straßenrand liegen bleibe, sei groß, sagte Ottmar Bartels (SPD). Rasches Handeln sei daher notwendig. Doch das Ganze geht Bartels „nicht schnell genug, denn der Vertrag mit Remondis läuft erst 2017 aus“. Deshalb stimmte er für die Einführung des Abrufsystems.

Dagegen warnte Werner Warnecke (CDU) vor Experimenten bei der Sperrmüllabfuhr. Das System mit Anforderungskarten, das der Landkreis Gifhorn in den 90er Jahren probeweise eingeführt hatte, habe negative Folgen gehabt: In den Wäldern sei damals immer wieder illegaler Müll entsorgt worden. „Je anspruchsvoller ein System ist, desto mehr neigen Bürger dazu, unerlaubt abzuladen“, erklärte Warnecke.

Von Bernd Schossadowski

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