Ab 1. Januar im Regelbetrieb / Bei Gifhorn zunächst nur auf der B 214

Lang-Lkw rollen durch den Landkreis

Bald fahren diese Riesen auch durch den Landkreis Gifhorn: die Lang-Lkw. Foto: dpa
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Bald fahren diese Riesen auch durch den Landkreis Gifhorn: die Lang-Lkw.

Landkreis Gifhorn. In Zukunft rollen sie auch über unsere Straßen: die Lang-Lkw. Ab dem 1. Januar beginnt der Regelbetrieb für die 40 Tonnen schweren und 25 Meter langen Transportfahrzeuge. Zuvor wurden die Riesen in einem mehrere Jahre andauernden Feldversuch getestet.

Bisher gilt für die Gigaliner, dass sie nur auf speziell ausgewiesenen Straßen fahren dürfen. Wie das im Landkreis Gifhorn aussieht, erklärt Wilfried Enderle, Sachbearbeiter Verkehr: „Im Landkreis Gifhorn ist die Bundesstraße 214 von der Anschlussstelle Watenbüttel bis zum VW-Logistikzentrum an der Kreuzung zur Landesstraße 321 für die Lang-Lkw ausgewiesen.“

Gifhorns Polizeipressesprecher Thomas Reuter sieht in den Lang-Lkw keine Problematik für die Region: „Wir sehen keine Gefährdung darin. Das ist ja keine große Zahl an Fahrzeugen. Viel mehr machen mir die vielen schlecht ausgestatteten Lkw aus Osteuropa Sorgen, die oft mit technischen Mängeln über unsere Autobahnen fahren. Oder die Lenk- und Ruhezeiten nicht einhalten.“ Bei den Lang-Lkw sehe die Polizei keine Gefahr auf sich zukommen: „Zumal diese auf einem technisch hohen Niveau sind und nur auf gut ausgebauten Straßen fahren.“

Wie der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) berichtet, würden die Lang-Lkw besonders den Kraftstoffverbrauch senken. „Die Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse liegen zwischen 15 und 25 Prozent“, heißt es in einer Mitteilung. Das liegt daran, dass in der Theorie statt zwei Fahrzeugen nun nur noch eines fährt. Außerdem seien im Laufe des Feldversuchs unterschiedliche Kritikpunkte überprüft und widerlegt worden, wie unter anderem eine erhöhte Belastung der Straßen, Verlagerungseffekte von der Schiene auf die Straße oder ein höheres Unfallrisiko durch die Länge.

Weiter heißt es seitens des NIHK: „Für die Zukunft ist eine unbürokratische Ausweitung des Streckennetzes in ganz Deutschland wünschenswert, um die verschiedenen Varianten des Lang-Lkw flächendeckend einsetzen zu können.“ Es dürfe laut Felix Jahn, NIHK-Sprecher für Verkehrspolitik, keinen Flickenteppich an zugelassenen und gesperrten Regionen innerhalb der Bundesrepublik mehr geben.

Bei der Spedition von Rainer Schulze in Groß Oesingen schließt man den Einsatz der Riesen aus. „Für unser Geschäft benötigen wir die nicht. Denn für das was wir hier fahren, brauchen wir keine Lang-Lkw.“

Bleibt also abzuwarten, wie präsent die Riesen in Zukunft in der Region sein werden.

Von Alina Pleuß

In der ersten Version des Artikels war irrtümlicherweise von 60-Tonnern die Rede. Die Lang-Lkw sind allerdings wie andere Lkw auch für 40 Tonnen ausgelegt. Wir haben diesen Fehler korrigiert.

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