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A 39 bei Ehra: So geht es weiter

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Von: Holger Boden

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Das Autobahndreieck (A39) Salzgitter. Bis die A 7 von Wittingen aus per Autobahn erreichbar ist, dürfte es noch dauern – erste Arbeiten südlich von Ehra könnten 2024 starten. Wenn alles klappt.
Das südliche Ende der existierenden A 39 am Salzgitter-Dreieck: Bis die A 7 von Wittingen aus per Autobahn erreichbar ist, dürfte es noch dauern – erste Arbeiten südlich von Ehra könnten 2024 starten. Wenn alles klappt. © Silas Stein

Erste Spatenstiche und der Beginn von Bauarbeiten sind im Zusammenhang mit der A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg schon häufig prognostiziert worden.

Wittingen/Ehra – Dieses Jahr nun könnten im Bereich des Bauabschnitts 7 zwischen Ehra und Wolfsburg tatsächlich Tätigkeiten an der Trasse zu beobachten sein – die allerdings nur den Charakter von Vorarbeiten hätten. Ob im kommenden Jahr echter Autobahnbau daraus wird, dürfte vor allem eine juristische Frage sein.

Denn für den Abschnitt 7, der nach einem Spruch des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig gerade eine planerische Ehrenrunde dreht, werden nach Angaben der Autobahn GmbH derzeit „ergänzende Fachgutachten und die finalen planfestzustellenden Unterlagen erarbeitet“. Von einer Beschlussfassung für das laufende Änderungs- und Ergänzungsverfahren sei für das dritte Quartal dieses Jahres auszugehen.

Dieses Verfahren soll die Mängel heilen, die das Leipziger Gericht 2019 festgestellt hatte. Allerdings ist offen, ob der Planfeststellungsbeschluss dann vollzogen werden kann – denn bei der Autobahn GmbH geht man von weiteren juristischen Hürden aus: „Es werden Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht erwartet.“

Denkbar seien ab dem dritten Quartal Vorarbeiten für die eigentliche Bauausführung: geotechnische Untersuchungen, archäologische Erkundungen, die Suche nach Kampfmitteln sowie Schadstoffuntersuchungen.

Bautätigkeit ab Oktober 2024?

Die ersten echten Bautätigkeiten im Abschnitt 7 könnten nach Einschätzung der Autobahn GmbH im kommenden Jahr stattfinden. Auf seiner Homepage geht das bundeseigene Unternehmen sogar konkret von „Oktober 2024“ aus. Vor dem Hintergrund erwartbarer Klagen hängt das allerdings auch davon ab, ob gerichtlich eine sofortige Vollziehbarkeit des Baustarts verfügt wird.

Für Abschnitt 7 ist die Planung am weitesten fortgeschritten. Für Abschnitt 6 (Wittingen-Ehra) werden zurzeit Fachgutachten (etwa schalltechnische Berechnung und Wasserrahmenrichtlinie) überarbeitet und ergänzende Fachgutachten erarbeitet, wie die Autobahn GmbH auf IK-Anfrage mitteilt. Und: „Noch bis März laufen ergänzende Kartierungen der für den Straßenbau relevanten Tierarten/-artengruppen im Untersuchungsbereich.“

Abschnitt 6: Baurecht nicht vor Mitte 2025

Für das dritte Quartal dieses Jahres sei der Antrag auf Einleitung eines sogenannten „Deckblattverfahrens“ zum Planfeststellungsverfahren geplant ein übliches Verfahren, mit dem Änderungen am ausgelegten Plan kenntlich gemacht werden. Die Autobahn GmbH geht von einem Planfeststellungsbeschluss frühestens Mitte 2025 aus.

Abschnitt 5: Antrag auf Planfeststellung

Der für dieses Jahr in Abschnitt 5 zwischen Bad Bodenteich und Wittingen geplante Fortschritt klingt unspektakulär: „Zurzeit wird die Planung in Teilbereichen aufgrund geänderter Randbedingungen angepasst, und Fachgutachten müssen überarbeitet werden“, heißt es auf Anfrage. Allerdings: Auf ihrer Website rechnet die Autobahn GmbH für dieses Jahr auch mit dem Antrag auf Planfeststellung. Ob der dort angekündigte Baubeginn im Jahr 2025 realistisch ist, bleibt abzuwarten.

In den vier nördlichen Abschnitten zwischen Lüneburg und Bad Bodenteich sieht es laut GmbH so aus: Für Abschnitt 1 wird 2023 der Planfeststellungsbeschluss erwartet, im Abschnitt 2 wird das Verfahren dieses Jahr „mit geänderten Unterlagen fortgeführt“, für Abschnitt 3 ist im Dezember der Antrag auf Planfeststellung beim Fernstraßenbundesamt eingereicht worden. In Abschnitt 4 „werden die Planfeststellungsunterlagen zurzeit final bearbeitet“, der Zeitpunkt des Antrags wird geklärt.

Die Finanzierung des zuletzt auf mindestens 1,6 Milliarden Euro taxierten Fernstraßenprojekts steht freilich auf einem anderen Blatt, da sich Grüne und FDP in der Ampel-Koalition derzeit über die Realisierung von Neubau-Trassen streiten.

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