Klage kommt aus Gifhorn / BI „Isenhagener Land“ hat über 100 Einwände gesammelt

A 39-Gegner glauben an Sieg

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Eva Gresky und Manfred Michel (2.v.r.) von der BUND-Kreisgruppe Gifhorn haben die Klage des BUND-Landesverband gegen die Verlängerung der A 39 initiiert. Uwe Bilau (l.) und Detlev Schiewe von der BI „Isenhangener Land“ unterstützen die Klage.

Wittingen/Gifhorn. „Wir sind ein bisschen stolz, dass wir es gegen den vielfältigen Widerstand geschafft haben“, sagt Manfred Michel, 1. Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Gifhorn.

Er hat die Klage gegen den Bauabschnitt der A 39 zwischen Wolfsburg und Ehra initiiert, die nun vom BUND-Landesverband eingereicht wurde.

Alle 34 Bürgerinitiativen (BI) entlang der Trasse, darunter auch die BI „Keine A 39 – Isenhagener Land“, stünden hinter der Klage. „Wir gehen davon aus, dass wir gewinnen“, sagte auch Eva Gresky, Schriftführerin der Kreisgruppe. Und auch wenn sie das Verfahren verlieren sollten, sei es trotzdem ein Gewinn, denn dann habe man wenigstens gezeigt, dass man für die eigene Überzeugung und das Wohl der Allgemeinheit einstehe. Durch die Autobahn werde weder CO2 eingespart noch die Umwelt geschont, sondern im Gegenteil massiv zerstört.

Statt des Neubaus der A 39 sollte man zum Beispiel die Fertigstellung der A 14 abwarten und dann schauen, wie sich diese Autobahn auf die Region um Gifhorn auswirke. Uwe Bilau, Sprecher der BI „Isenhagener Land“, berichtet, dass mit der A 39 rund 27 000 Autos pro Tag durch Wittingen fahren würden. Derzeit sind es 5000. „Und die Wittinger stöhnen jetzt schon, dass hier zu viel Verkehr ist.“ Zudem bringe die Autobahn auch keine Entwicklungschancen für die Region mit. Das habe Professor Dr. Matthias Gather vom Institut Verkehr und Raum der FH Erfurt bestätigt. Michel erklärt auch, dass sich durch die Autobahnerreichbarkeit tendenziell auch der Konkurrenzdruck auf die regionale Wirtschaft erhöhe. „Unternehmen aus Braunschweig, Uelzen und Wolfsburg haben es dann leichter, in der Region tätig zu werden.“ Diese würden dann einheimische Unternehmen verdrängen.

Insgesamt habe die BI „Isenhagener Land“ bereits über 100 Einwände gesammelt. „Wahrscheinlich kommen noch viele dazu“, ist sich Bilau sicher. Besonders schlimm findet die BI auch den Lärmzuwachs durch die Autobahn. Auf der Uelzener Straße in Wittingen werde der Lärmzuwachs zum Beispiel vier bis sechs Dezibel betragen, in Darrigsdorf neun bis zehn. Das sei sogar eine Verzehnfachung der derzeitigen Lautstärke. „Drei Dezibel wird als Verdoppelung empfunden“, erklärt Bilau. Die Stadt selbst sehe da aber keinen Bedarf zu handeln. Eine weitere Folge der A 39 sei die steigende Kriminalität. „Die Wittinger können sich das nicht vorstellen, wenn die Hamburger Kriminellen herkommen. Auf den Dörfern sind die Werkstätten nicht zu, teilweise stecken die Schlüssel im Auto. Das ist ein Paradies. Davon träumen die Kriminellen“, weiß Bilau.

Von Ann-Cathrin Brey

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