Fachkräftemangel wird größte Herausforderung in 2020

3646 Menschen im Kreis Gifhorn auf Jobsuche

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis Gifhorn leicht angestiegen.

Gifhorn – Ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl ist im Kreis Gifhorn zu verzeichnen. Von November auf Dezember stieg diese um 80 auf 3646 Personen an. Das waren aber noch 120 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 3,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,0 Prozent. Dabei meldeten sich 881 Personen neu oder erneut arbeitslos, 71 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 803 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–241).

Seit Anfang 2019 gab es insgesamt 11 207 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 345 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 11 360 Abmeldungen von Arbeitslosen (–519). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um sieben Stellen auf 883 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 472 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 212 neue Arbeitsstellen, sieben weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2955 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 75.

Im Geschäftsstellenbezirk Wolfsburg hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 63 auf 2737 verringert. Das waren 232 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr.

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist in unserem Agenturbezirk zum Ende des Jahres insgesamt weitestgehend konstant geblieben“, erläutert Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt. Es habe jedoch regional unterschiedliche Entwicklungen gegeben: „Während wir in der Stadt Wolfsburg einen Rückgang verzeichneten, stieg die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Gifhorn und Helmstedt leicht an.“

Steinmann führt aus: „Die Temperaturen sind noch moderat, und auch der Wunsch der Betriebe, das Personal in den Unternehmen zu halten, sorgten dafür, dass die Außenberufe noch nicht im größeren Umfang entlassen haben. Im Januar wird die Zahl der Arbeitslosen erfahrungsgemäß aber weiter ansteigen.“ Der Blick auf das vergangene Jahr sei positiv: „Erfreulicherweise waren durchschnittlich 755 Menschen beziehungsweise 7,2 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Jahr 2018. Mit durchschnittlich 9737 arbeitslosen Menschen im vergangenen Jahr ist das nach der Wiedervereinigung ein historischer Tiefststand.“

Gleichzeitig, so Steinmann, habe es auch mehr Beschäftigte gegeben. Man gehe davon aus, dass der Arbeitsmarkt 2020 stabil bleibe, eine Rezession sehe man nicht. „Eine sich abschwächende Dynamik machte sich 2019 jedoch vor allem am Rückgang der gemeldeten Arbeitsstellen bemerkbar. Wir erwarten nicht, dass das neue Jahr viel dynamischer sein wird. Allerdings haben wir in unserer Region auch ein sehr hohes Niveau erreicht. Wir rechnen insgesamt mit einem geringen Anstieg der Beschäftigten und einer leicht sinkenden Zahl der Arbeitslosen“, so Steinmann.

Die größte Herausforderung vor der man stehe, sei immer noch der wachsende Fachkräftemangel in einigen Branchen. Ziel sei es daher unter anderem, die Langzeitarbeitslosigkeit weiterhin zu senken.

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