Solidaritätsbekundung in Gifhorn

Menschenkette mit 1200 Personen

Sicherheitsabstand durch Schals und Tücher: 1200 Menschen bilden in Gifhorn eine Kette
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Zur Bekundung der Solidarität und der Zustimmung zu den Corona-Maßnahmen bildeten am Dienstag in Gifhorn 1200 Personen eine Menschenkette
  • VonBurkhard Ohse
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Gifhorn – Ein ganz starkes Zeichen gegen die „Montags-Spaziergänger“, für gesellschaftliche Solidarität und für die Demokratie gab es am Dienstagabend in der Kreisstadt. 1200 Menschen, so die Polizei – und die konnte es ganz genau zählen, weil die Teilnehmer standortfest und ruhig in Reihen standen. Sie bildeten eine Menschenkette, die vom Marktplatz bis zum Schillerplatz und wieder zurück und teilweise noch einmal Richtung Schillerplatz reichte. Weil verbunden mit Tüchern, Flatterbändern oder Schals, war auch der Abstand gewährt, eine Maske war für alle Teilnehmer selbstverständlich. So hatte auch die Polizei einen sehr ruhigen Abend und war kaum zu sehen.

Friedliches Treffen von 1200 Personen

Mehr als 30 Verbände, Parteien, Institutionen und Organisationen hatten dazu aufgerufen, um friedlich ein Zeichen zu setzen. Mit 1200 Teilnehmern wurden die bisherigen Demonstrationen, gerade auch die der sogenannten „Montags-Spaziergänger“, deutlich übertroffen, wie die Organisatoren erfreut feststellen durften. An vier Orten in der Fußgängerzone hatten sich die Teilnehmer getroffen. Etliche vorher eingewiesene Ordner achteten auf die Einhaltung aller Bestimmungen. Martin Wrasmann vom Bündnis „Bunt statt Braun“ rief Punkt 18 Uhr an der Nicolaikirche zu einer Schweigeminute für die zu diesem Zeitpunkt 239 Corona-Opfer und deren Angehörigen im Landkreis, aber auch die Opfer darüber hinaus auf. Danach gab es kurze Reden von Tobias Heilmann, Matthias Nerlich und Superintendentin Sylvia Pfannschmidt. Der Landrat und Gifhorns Bürgermeister betonten, dass sie als Privatpersonen an dieser Veranstaltung teilnahmen.

„Danke für die Solidarität“

Heilmann dankte, dass so viele erschienen seien, um Solidarität zu zeigen. Vor zwei Jahren habe man sich nicht vorstellen können, vor welche Herausforderungen einen das Virus stelle. „Wir sind immer auf Sicht gefahren. Alle Maßnahmen haben auf wissenschaftliche Erkenntnisse basiert, vor allem, um den Schutz der Älteren und der Jugend zu gewährleisten und sie vor Schaden zu bewahren. Danke für die Solidarität“, sagte er. Es könne doch kaum jemand glauben, dass in Hannover im Parlament Menschen säßen, die die Leute ärgern wollten. Im Gegenteil habe man immer im Fokus gehabt, die Mobilität aufrecht zu erhalten. Natürlich habe man auch Fehler gemacht. Aber Hände in den Schoß zu legen oder blinder Aktionismus wären keine Alternative gewesen, gab er zu bedenken. Dass man nun nicht wieder im Lockdown sei, habe man den Impfungen zu verdanken.

Positive Polizeibilanz für Menschenkette

„Gifhorn hält zusammen“, stellte Nerlich fest. „Zusammenhalt und Solidarität, es ist ganz einfach. Hygieneregeln, Abstand halten, Masken tragen und impfen, das zusammen kann Corona besiegen.“ Dazu berichtete er von persönlichen Erlebnissen, die er in Zusammenhang mit der Pandemie und Gesprächen mit anderen Menschen gemacht habe. Pfannschmidt nannte das Impfen ein Zeichen der Solidarität mit den Schwächeren in der Gesellschaft, die vulnerabel sind oder die sich nicht impfen lassen dürfen. Sie kritisierte diejenigen, die sich die Freiheit nehmen, sich nicht impfen zu lassen und andere damit gefährdeten. Das sei keine Nächstenliebe. Dank gab es von den Rednern für alle, wie die Menschen in medizinischen und Pflegeberufen oder die Einsatzkräfte, denen die Pandemie besonders viel abverlange. Am Ende der Veranstaltung gab es ein gemeinsames Lied. „We shall overcome“ wurde in allen Strophen gesungen.

Die Bilanz der Polizei, die samt dem Ordnungsamt und weiterer Mitarbeiter im Einsatz waren, war positiv. Es habe keine Vorkommnisse gegeben. Lediglich drei Menschen aus der Querdenkerszene hatten „ein wenig herum gepöbelt“ und erhielten Platzverweise.

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