1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Brome

Wird Rühens Försterweg jetzt doch saniert?

Erstellt:

Von: Hilke Bentes

Kommentare

Der Försterweg in Rühen
Wird der Försterweg bald in Rühen saniert? Durch die bestehende Straßenausbaubeitragssatzung hagelt es auf diese Gedanken Kritik von Anliegern. © Alexander Täger

Rühen – Soll der Försterweg in Rühen jetzt doch saniert werden? Diese Überlegungen werden zumindest konkreter, nachdem es um die marode Straße ruhig wurde – auch, weil die Gemeinde andere finanzielle Brocken abzuarbeiten hatte. Die sich in den Endzügen befindenden Arbeiten an der Ortsdurchfahrt hatten zu einer weiteren Verschiebung geführt. Sollte es nun in Zeiten von Inflation und hohen Baukosten zu einem Ausbau der Straße kommen, so sorgt das Vorgehen der Gemeinde bei manchem Anlieger für reichlich Kritik. Noch ist laut Verwaltung allerdings nichts beschlossen, der Rat wird sich mit dem Thema aber bald auseinandersetzen.

Für den Rühener Stefan Kunde sei ein Ausbau des Försterwegs zur jetzigen Zeit fatal. Er wirft dem Gemeinderat schlicht „Versagen“ vor. „Acht Jahre ist nichts passiert. Nur, dass der Försterweg jetzt noch maroder ist.“ Immer wieder habe das Thema im Mittelpunkt der Politik gestanden. Und immer wieder wurde eine Sanierung verschoben. In der jetzigen Situation wäre es für ihn und seine Familie kaum möglich, die dann fälligen Straßenausbaubeiträge zu zahlen, sagt er. Er erinnert an die Inflation, die hohen Energiepreise und die Folgen der Corona-Pandemie. Geldreserven seien erschöpft. Hohe Kosten durch die Straßenausbeiträge könnten er und seine Familie nicht tragen. Der Zustand der Straße gehe klar auf die Kappe der Gemeinde.

Kunde sorgt sich gar um die Existenz seiner Familie. In einem Schreiben, welches dem IK vorliegt, appelliert er daran, die Straßenausbaubeitragssatzung abzuschaffen. Auf keinen Fall könnten die Bürger in der betroffenen Straße die Kosten der Sanierung tragen. „Die Gemeinde hat seit über acht Jahren nichts getan und jetzt, wo die Baukosten so in die Höhe steigen, werden die Bürger zur Kasse gebeten“, sagt Kunde. Das könne nur ein schlechter Scherz sein.

Kunde erkennt im Försterweg eine „Baustellenstraße“. Für die unterschiedlichsten Projekte sei der Verkehr über die Straße umgeleitet worden. „Und wir Anlieger sollen für diese Schäden nun aufkommen.“

Noch keine Entscheidung gefallen

Bekanntlich sollte der Försterweg in den vergangenen Jahren schon öfter saniert werden. Bei manchen Haushaltsberatungen stand die Straße gar an erster Stelle, allerdings wurden diese Gedanken bisher immer wieder beiseitegelegt. Andrea Vandrey, Verwaltungsvertreterin in Rühen, schildert die aktuellen Gedanken. Deutlich macht sie: Es gibt keine Beschlüsse oder Entscheidungen. Allerdings habe ein anderes Projekt die Gedanken rund um den Försterweg wieder angekurbelt. „Der Wasserverband muss dort Arbeiten vornehmen.“ Um mögliche Kosten im Rahmen zu halten, gibt es Überlegungen, sich bei diesen Arbeiten mit der Sanierung der Straße anzuschließen. „Die Straße würde dann sowieso aufgerissen werden, daher macht das für uns schon Sinn.“ Die Sanierungsbedürftigkeit der Straße könne sich nicht leugnen lassen, bestätigt Vandrey.

In den vergangenen drei Jahren war es zu keiner Sanierung gekommen, da auch der Wasserverband in der Zeit nicht mit den Arbeiten anfangen wollte. Und andere Großprojekte der Gemeinde mussten abgewartet werden – „alles auf einmal zu stemmen, ist für eine Gemeinde nicht machbar.“

Vandrey erklärt, dass es derzeit keinerlei Positionierung gebe. „Der Gemeinderat hat noch nichts beschlossen, es wird darüber im Dezember bei der nächsten Ratssitzung diskutiert.“ Mehr konnte Vandrey zum aktuellen Stand nicht sagen, das habe auch datenschutzrechtliche Gründe. „Bei der Sitzung können natürlich Bürger ihre Bedenken vortragen.“

Auch interessant

Kommentare