Burg Brome: Gerüst am Westflügel abgebaut / Historische Markierungen werden künftig betont

Die Zeichen der alten Baumeister

Leicht zu übersehen: Das Symbol im Sturz. Laut Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht werden die Zeichen künfig angestrahlt.

Brome. Anmutig steht sie da, die Burg Brome. Ihr heller Putz strahlt im grellen Licht der Sonne, die Kupferrohre blinken. Und irgendetwas hat sich verändert. Genau – das Gerüst an der Außenfassade des Westflügels ist seit kurzem verschwunden.

Auch wenn die Sanierungsarbeiten noch etwas andauern, macht ihr Anblick schon jetzt Lust auf die künftige Ausstellung. Viele große und kleine Entdeckungen warten darauf, bestaunt zu werden. Oftmals steckt die Geschichte im Detail.

Dieses Steinmetzzeichen auf dem Mittelpfeiler in der ehemaligen Imkerei stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Die Steinmetzzeichen etwa, mit denen sich die alten Baumeister verewigt haben, sind ein Beispiel dafür. Gleich mehrere solcher Markierungen befinden sich in dem historischen Gebäude. „Die Steinmetzzeichen wurden früher von den Besuchern nicht registriert“, erklärt Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht gegenüber dem IK. Das soll sich künftig ändern: „Im Zuge der Ausstellung werden wir diese Dinge auch zeigen.“ Die Zeichen sollen dann mit einer Spotbeleuchtung betont werden.

Wer sich beispielsweise den markanten, steinernen Mittelpfeiler in der ehemaligen Textilabteilung am Haupteingang genauer ansieht, kann eines der Zeichen entdecken. Die Lettern „PG“ sind zu erkennen. Wallbrecht ist sich sicher: „Das stammt aus dem 16. Jahrhundert.“ Denn die hölzernen Balken, auf denen die Burg – und damit auch der markierte Pfeiler – standen, seien auf ihr Alter bestimmt worden.

Im Obergeschoss über dem Durchgang ist in das alte Archiv ein weiteres Zeichen in den Sturz eingearbeitet – und leicht zu übersehen. Denn die Markierung, in diesem Fall ein grafisches Symbol, ist nur wenige Zenitmeter groß. „Das sind die kleinen Dinge, mit denen so ein Gebäude auf einmal anfängt, Geschichten zu erzählen“, schwärmt Wallbrecht. Wer aber genau die Zeichen in den Stein eingearbeitet hat, bleibt wohl offen. „Darüber gibt es keine Aufzeichnungen.“

Von Alexander Täger

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