Schmiede im besten Gewand

Workshop für Einsteiger auf Burg Brome

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Die Teilnehmer ließen sich von Benjamin Kittel (3. von links) in das Handwerk des Schmiedens einweisen.

Brome – Ohne Schmiede wäre in der Burg Brome zu ihrer Glanzzeit gar nichts gegangen: Nicht nur Wagenräder, Hufbeschläge oder Küchenwerkzeug wurden dort hergestellt oder repariert.

Esse, Blasebalg, Rauchfang und Amboss sowie Hämmer jeder Art und Größe gehörten einst in fast jedem Dorf zum alltäglichen Anblick, natürlich auch in einem so großen Betrieb wie der Burg.

In kleinen Orten, in denen die Schmiede zunächst wegen der Brandgefahr in der Nähe des Weihers errichtet wurde, kam es mit den Jahren zu einem Umbruch. Die ansässigen Handwerker wurden von durchreisenden Laufschmieden ersetzt.

Benjamin Kittel zeigte der Gruppe, wie an der Esse mittels eines Blasebalgs ein 1000-Grad-Feuer entfacht wird.

Es bleibt anzunehmen, dass die Bewohner der Burg sich weiterhin einen eigenen Schmied mit Gesellen leisteten, denn sie legten Wert auf rasche und kontrollierbare Arbeit. Im Museum der Burg Brome gehört heutzutage eine Schmiede mit Esse und Amboss und all den anderen Zutaten in bestens erhaltenen Zustand zur festen Einrichtung. Vollständig ausgestattete Werkstätten gibt es in der ständigen Ausstellung, die aussehen, als seien Meister und Gesellen nur kurz in die Pause entschwunden. Auch die Schmiede präsentiert sich auf diese Weise und am Sonntag in bestem Gewand.

Metallbaumeister Benjamin Kittel hatte zu einem Workshop „Schmieden für Einsteiger“ eingeladen, und ein halbes Dutzend gestandener Männer waren dieser Einladung gefolgt. Sie erfuhren zunächst, warum hochwertige Steinkohle zum Befeuern der Esse gar nicht mehr so leicht aufzutreiben ist, was es mit der gelben Wolke aus der Kohleglut auf sich hat und wie man mittels Blasebalgs ein höllisch heißes Feuer entfacht.

Dann kamen Hämmer zum Einsatz und Funken stoben. Für einige der Teilnehmer war es ein lang gehegter Wunsch, einmal glühendes Eisen in Form zu bringen, andere strebten eine Abwechslung vom Arbeitsalltag an.

Für alle erwies sich das Team des Burgmuseums als exzellenter Gastgeber: Bereits zu Beginn der Veranstaltung war Magdalene Kunkel in die Schmiede gekommen, um den Teilnehmern mitzuteilen, dass in der Küche nebenan Wasser bereitgestellt sei. Das war im Laufe der schweißtreibenden Angelegenheit auch sehr gefragt. Und Gulaschsuppe zum Mittag sowie Kaffee und Kuchen danach waren höchst willkommene Bereicherungen eines Workshops, der allen Beteiligten sehr viel Spaß und Freude gemacht hat.

VON HORST MICHALZIK

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