Förderverein Ohretalbahn zieht Bilanz: Gespräch mit Klaus Mohrs über Stadtbahn-Chancen / Kritik an Räten

„Wollen Entwidmung verhindern“

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Wiedergewählt: Der Vorstand der Ohretalbahner mit Manfred Michel (von rechts), Eva Gresky, Thomas Meister und Frank-Markus Warnecke.

Brome. „Wir sind Utopisten. Aber nur die Utopisten bringen die Welt weiter. “ Manfred Michel, Vorsitzender des Fördervereins Ohretalbahn, gab sich auf der Jahreshauptversammlung des Vereins kämpferisch.

Und machte deutlich: Aufgeben wollen die Befürworter der OHE-Strecke Wittingen-Brome-Rühen nicht.

Ein Hoffnungsschimmer kam offenbar aus Wolfsburg. „Die Stadtbahn ist dort noch lange nicht vom Tisch“, berichtete Frank-Markus Warnecke. Gemeinsam mit Michel, Wilfried Sievers und Swantje Baruschke hatte er bei Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs sowie Ralf Sygusch (Referatsleiter Strategische Planung) vorgesprochen, um das dortige Interesse an einer Stadtbahn abzuklopfen. Eine Entscheidung für oder gegen eine Bahn werde die Stadt demnach erst 2015 treffen.

Zwar stünde dort zunächst ein Ausbau der stärker frequentierten Ost-West-Richtung zur Diskussion. Eine Vision des Fördervereins ist es aber, dass eine mögliche Stadtbahn langfristig an die Trasse Wittingen-Rühen mit Weiterführung nach Wolfsburg anschließen und so Pendlerverkehr übernehmen könnte. Mohrs habe laut Warnecke gesagt, dass dieser eine Entwidmung der OHE-Strecke für einen Fehler halte.

Die zunächst wichtigste Vereinsaufgabe ist daher klar: „Wir wollen die Entwidmung verhindern“, brachte es Wilfried Sievers auf den Punkt. „Wir wollen die Zukunftschancen, die die OHE-Trasse bietet, erhalten.“ Der Vorsitzende Michel übte in diesem Zusammenhang Kritik an den Räten, die sich pro Entwidmung ausgesprochen hatten und betonte, dass es sich bloß um Empfehlungen handle. „Ich war immer verwundert, wie wenig über eine so wichtige Sache diskutiert wurde.“

Rückblickend auf den Diskussionsabend im April (das IK berichtete) verdeutlichte Michel, wie die Entwidmung verhindert werden könne. Etwa könne ein Trassensicherungsvertrag mit der OHE geschlossen werden. Dabei bekäme die OHE die Erhaltungskosten – zwischen 10.000 und 50.000 Euro im Jahr – erstattet. Auch denkbar: eine vorübergehende Nutzung als Rad- oder Wanderweg.

Als nächstes plant der Verein, sich öffentlich zu präsentieren und über die Trasse zu informieren. Dabei könnten auf Streckenteilen sogar Draisinen zum Einsatz kommen. Vielleicht schon auf dem geplanten Bromer Museumsfest: Eine Arbeitsgruppe will dafür mit den entsprechenden Personen in Kontakt treten. Bei den Wahlen wurde der Vorstand im Amt bestätigt.

Von Alexander Täger

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