„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“

Samtgemeinde Brome: Landwirt Gerhard Borchert zu Corona-Herausforderungen

Landwirtschaftliches Gerät und ein großer Berg Zuckerrüben.
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Die Landwirtschaft kämpft weiter mit Preisdruck, Düngeverordnung und Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Und auch die Corona-Krise macht es den hiesigen Landwirten schwer.
  • Hilke Bentes
    vonHilke Bentes
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Brome – Die Landwirtschaft leidet weiterhin unter den Folgen der Corona-Krise.

Rund um schärfere Umweltauflagen, strengere Düngeregeln und harte Konkurrenz auf dem Weltmark, die die Landwirte in den vergangenen Jahren umtreiben, zieht die Pandemie auch in der Samtgemeinde Brome ihre Kreise. Gerhard Borchert, selbst Landwirt und für den Bromer Bezirk im Vorstand des Kreislandvolks, berichtet über Herausforderungen im vergangenen Corona-Dezember.

Seit November haben Gaststätten in ganz Deutschland geschlossen. Auch wenn einige Unternehmen einen Außer-Haus-Verkauf anbieten, sind die Verkaufszahlen stark rückläufig. Das hat auch Auswirkungen auf die Landwirte, wie Borchert erläutert. „Indem der Frischverzehr in der Gastronomie größtenteils wegfällt, hat das auch Auswirkungen auf den Verkauf beispielsweise von Speisekartoffeln.“ Borchert erinnert an die Herstellung von Pommes frites, die in großen Mengen in der Gastronomie verbraucht werden. Ein Markt, der in Zeiten der Krise nicht im gewohnten Maße zur Verfügung stehe. Wenn der Landwirt an das Weihnachtsgeschäft zurückdenkt, dann erinnert er auch an Gänse oder Enten, die es sonst besonders in der Weihnachtszeit in Gasthäusern auf der Speisekarte gebe. Ein Rattenschwanz also, der alleine durch die geschlossenen Gaststätten auf die Landwirte zugekommen ist.

Auch der Weltmarkt ist hart umkämpft, und in der Corona-Krise ist der Export von Lebensmitteln noch viel schwieriger als sowieso schon. „Wir stehen mit dem Rücken an der Wand“, verdeutlicht der Bromer. Unterschiedliche Betriebe hätten mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Aber fest steht für Borchert: Die Corona-Krise trifft alle Landwirte. „Es gibt überall Probleme für jeden Hof, der sich schon versucht, zu spezialisieren.“

Unterschiede in Europa

Aber es gibt in der Landwirtschaft nicht nur Corona. Auch die anhaltenden Diskussionen rund um Düngeverordnungen werden 2021 andauern. Als langjähriger Vorsitzender des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Ost schildert er die Probleme rund um Zuckerrüben. „Es gibt unterschiedliche Bedingungen bei dem Umgang mit Pflanzenschutz bei dem Anbau in Europa.“

Das sorge für deutsche Landwirte für einen unglaublich schwierigen Wettbewerb und Preisdruck: immer heftigere Preissenkungen, eine große Differenz zwischen den EU-Ländern.

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