„Wir haben den Kampf verloren“

Kuseyer Traditionsgaststätte Brauner Hirsch schließt für immer

Traditionsgaststätte seit 1960, doch jetzt das Ende: Der Braune Hirsch in Kusey schließt für immer.
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Traditionsgaststätte seit 1960, doch jetzt das Ende: Der Braune Hirsch in Kusey schließt für immer.

Kusey – Es kommt nicht unerwartet. Und doch hatte Thomas Rühm bis zum letzten Moment noch gehofft, das Unvorstellbare zu verhindern. Doch jetzt ist es traurige Gewissheit. Die Gaststätte Brauner Hirsch in Kusey schließt für immer.

„Wir haben den Kampf gegen Covid-19 und den daraus folgenden Maßnahmen verloren“, muss Thomas Rühm betrübt verkünden. „Es ist wirtschaftlich nicht mehr zu schaffen. Es sind auch keine Aussichten gegeben, dass es in nächster Zeit eine Besserung gibt“, lautet sein Fazit, das ihn zu dem einschneidenden Schritt führt, seinen Lebenstraum aufzugeben. „Es ist für mich und meine Frau eine wahnsinnig schwere Entscheidung, aber aufgrund der Situation leider die einzige, die wir treffen konnten: Der Braune Hirsch ist ab sofort geschlossen.

Rühm und sein Team hatten alles versucht, um das Unvermeidliche abzuwenden. Ein Außer-Haus-Verkauf sollte die Lösung sein. Dass das eine schwierige Angelegenheit werden würde, wusste Rühm schon lange vor dem zweiten Lockdown. Schon zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown hatte er sich hilfesuchend an seine Kunden gewendet. Und schon damals zeichnete sich ab, wie schwer es für das Traditionsgasthaus wird, die schwierige Zeit zu überleben. Schon damals kreiste immer der Gedanke an eine Schließung über allen Bemühungen.

Weder der Braune Hirsch noch andere Gaststätten hatten sich vom ersten Lockdown erholt. Und trotzdem versuchten alle Gastwirte ihre Lokalitäten irgendwie zu retten. Auch Rühm hatte versucht, durch Hygiene-Maßnahmen einen Weiterbetrieb zu ermöglichen. Umso empörter war er, ebenso wie seine Berufskollegen, als es schließlich wieder zur Schließung aller Gaststätten kam. Und er sendete schon damals den Hilferuf für die ganze Branche nach draußen, der lautete: „Wir können nicht mehr.“

Insgesamt fünf Jahre lang hat der gebürtige Schwabe die Gaststätte in Kusey bewirtschaftet und sich auch über die Grenzen des Ortes einen Namen gemacht. Viele Stammkunden hielten ihm die Treue, auch in den jetzt schwierigen Zeiten. Doch gereicht hat es leider nicht. „Ich danke allen für die Treue und das Vertrauen, ich danke meinem Team vom ganzen Herzen für eure Treue und Loyalität. Ich wünsche euch allen, dass Ihr gesund durch diese Krise kommt“, lautet der letzte Gruß des „Alten vom Hirsch“, wie er sich selbst bezeichnet.

Nicht fassen können es währenddessen die Stammkunden, die nach eigenen Bekundungen so sehr gehofft haben, dass es der Braune Hirsch schafft, die Krise zu überstehen. Sie alle müssen jetzt auf Spätzle mit brauner Soße und all die anderen Spezialitäten verzichten. Und während besonders die Kuseyer hoffen, dass das Ruder doch noch irgendwie rumgerissen werden kann, ist Rühm notgedrungen realistisch: „Uns fällt die Entscheidung sehr schwer, aber leider ist sie die Richtige in der jetzigen Situation.“ (bis)

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