Bromer Gemeindechef sieht Polizei in der Pflicht

Wieder Randalierer unterwegs: Rühens Bürgermeister will Security engagieren

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Der jüngsten Randale in Rühen ist die Glasscheibe eines Buswartehäuschen zum Opfer gefallen. Während Rühens Bürgermeister Karl Urban einen Securityservice engagieren möchte, der am Wochenende einen Blick in bestimmte Ecken wirft, sieht Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert die Polizei in der Pflicht.

Rühen/Brome. Abgetretene Mülleimer, herausgerissene Automaten, zerschlagene Glasscheiben von Buswartehäuschen – Vandalismus scheint in der Samtgemeinde Brome immer weiter zuzunehmen. „Das kann doch so nicht weiter gehen“, beklagt Rühens Bürgermeister Karl Urban.

Erst kürzlich seien Unbekannte mit dem Auto über den Bolzplatz oder den neuen Kreisel (das IK berichtete) gefahren. „Diese Menschen haben einfach keinen Respekt und mir fällt dazu auch nichts mehr ein“, so Urban.

Karl Urban

Rühens Bürgermeister hat dabei natürlich auch die Kosten im Blick, die auf die Gemeinde zukommen. Gefährlich werde es zudem, wenn innerorts Autorennen gefahren werden oder Straßenschilder herausgerissen und irgendwo in Vorgärten geworfen werden. „Wenn ich abends mit dem Auto unterwegs bin, dann habe ich mein Handy immer auf Kamera gestellt. Falls ich jemanden erwische, dann weiß ich wer es war und kann es dokumentieren. Das Ganze nimmt ja überhand“, beklagt der Bürgermeister, der davon ausgeht, dass Jugendliche oder junge Erwachsene für die Randale verantwortlich seien. Allein 1000 Euro werden für die zerstörte Glasscheibe eines Buswartehäuschens fällig. Die kaputte Wand soll nun mit einem Blech abgedeckt werden – was aus Sicht des Bürgermeisters auch nicht die Ideallösung sei. Aus lauter Verzweiflung überlegt Urban, an den Wochenenden einen Security-Service einzustellen, der in der Gemeinde von 22 bis 3 oder 4 Uhr bestimmte Ecken im Auge behalten soll. Sein Leid über den zunehmenden Vandalismus hatte der Bürgermeister bereits in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat geklagt.

Gerhard Borchert

Über Security oder gar eine Bürgerwehr würde Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert als letztes nachdenken. Diesen Job sollten seiner Meinung nach Leute übernehmen, die dafür ausgebildet sind. Damit zielt Borchert auf die Polizeistation in Brome ab, in der kein 24-Stunden-Dienst mehr versehen wird (das IK berichtete). „Unser Ziel ist es immer noch, dass diese durchgängig besetzt wird. Auch in Brome kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Vandalismus. Als traurig bezeichnet Borchert, dass die Bevölkerung kaum noch Muße hat, die Polizei einzuschalten. So geschehen in Wiswedel. „Dort ist die Dorfgemeinschaft davon ausgegangen, dass zu wenig passiert ist, als dass die Polizei etwas unternimmt. Das läuft in die falsche Richtung, denn so passiert nichts in der Polizeistatistik“, weiß der Bürgermeister. Auch wenn es sich um eine Bagatelle handelt, ärgern sich die Menschen.

Wie das IK berichtete, rät die Polizei dazu, immer wieder 110 zu wählen – auch bei Kleinigkeiten. Borchert: „Ich habe Befürchtungen, dass die Beamten dann zwei Mal umsonst kommen und beim dritten Mal unmotiviert sind. Für die ganze Situation kann die Polizei nichts – das sind Anweisungen, die von ganz oben kommen. Aber die Randalierer nehmen die rückläufige Polizeipräsenz eben wahr.“

Von Carola Hussak

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