„Wichtiger Teil der Gemeinschaft“

Feier in Voitze: Bernhard Knoke (v.l.) Königin Jacqueline Trumann, Majestät Andreas Klopp und Bürgermeister Herbert Lange warten gespannt auf den Großen Zapfenstreich.

Voitze. In Voitze wurde am vergangenen Wochenende tüchtig auf die Pauken gehauen. Die Schützengesellschaft feierte das 150-jährige Jubiläum, und sie tat dies fröhlich, selbstbewusst, Identität stiftend und stolz auf die Vereinsgeschichte.

Majestäten und Exzellenzen aller Couleur waren erschienen. Schützenschwestern und –brüder aus den Nachbar- und Ortsvereinen gratulierten. Promis aus Politik und Wirtschaft gaben sich die Ehre. Am Freitagabend zum Kommers, Auftakt des dreitägigen Schützenmarathons, und zum Großen Zapfenstreich im Ambiente hell leuchtender und wärmender Fackeln. Helmut Schulz, Ex-Präsident und General der „Traditions-Gilde“ kommandierte das Zeremoniell.

Diejenigen, die den Feuerwehrmusikzug Brome (Leitung Michael Kröger) und den Spielmannszug Wahrenholz unter Stabführung von Sven Henneike spielen hörten, waren augenscheinlich fasziniert. Tief berührt zeigten sich auch Majestät Andreas Klopp und Königin Jacqueline Trumann, die von Präsident Bernhard Knoke und Bürgermeister Herbert Lange flankiert wurden bei der Zeremonie auf Wieneckes Hof, wo das Highlight stimmungsvoll zelebriert wurde.

Herbert Lange, Bromes Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel, Werner Warnecke, stellvertretender Landrat, Landtagsabgeordnete Ingrid Klopp, Bundestagsmitglied Achim Bachmann, Silke Hemp vom Kreissportbund, Pastor Helmut Kramer sowie Rüdiger Taeger und Helmut Schulz aus der Garde des Jubilars waren beim Kommers zuvor ans Rednerpult getreten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Tülau würdigte die Schützengesellschaft Voitze als wichtigen Teil der aktiven Bürgergemeinschaft, welcher Tradition und Brauchtum pflege. Die Schützen leisteten zudem „wertvolle Arbeit in sportlicher, gesellschaftlicher, integrativer und sozialer Hinsicht“, meinte Herbert Lange.

Werner Warnecke war sich sicher, dass „alte, überkommene Traditionen zu pflegen eine schöne, aber keineswegs leichte Aufgabe“ sei. Die Vereine müssten sich zunehmend den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Jürgen Bammel hob die Jugendarbeit im Verein hervor. „Die Erfolge auf Kreis-, Landes- und Bundesebene sind beeindruckend“ , lobte der Samtgemeindebürgermeiter.

Rüdiger Taeger, Vorsitzender der Sportschützen in der Schützengesellschaft Voitze, hatte den Medaillensegen aufgelistet, der für Voitze und weitere Vereine gewonnen wurde: sechsmal Gold, viermal Silber, sechsmal Bronze – allein bei den Deutschen Meisterschaften in München.

Helmut Schulz, der sich auf der Karriereleiter der Schützen vom Kinderhauptmann 1957 zum Oberst hoch geschwungen hat, ließ im Dialog mit Alica Gäde, die 2008 Kinderhauptmann war, Voitzer Schützengeschichte Revue passieren.

Viele historische Ereignisse, die beim Kommers zur Sprache kamen, spiegelten sich in einer Ausstellung mit mehr als 1000 Fotos wider, die der Damenzug präsentierte. Eine Jubiläums- Festschrift 1861 bis 2011 bereicherte zudem den Geburtstag.

Mit markigen Sätzen meldete sich Majestät Ulrich Lange vom Schützenverein Zicherie zu Wort. Er rührte für die anwesenden Schützenvereine die Trommel und erheiterte das Auditorium im Festzelt. Er brachte die historischen Berichte der Vorredner philosophierend auf den Punkt: Es bliebe in der langen Geschichte des Schützenwesens nicht „das Trennende, sondern vielmehr das Verbindende zwischen den Schützen erhalten.“

Der amtierenden Voitzer Majestät Andreas Klopp rief er zu: „Deine Halbwertzeit neigt sich dem Ende zu, lieber Andreas, ich danke Dir für deine Regierungszeit, die schon bald zu Ende sein wird.“ „Das Schöne am Schützenwesen ist, dass wir in jedem Jahr neu erfunden werden“, sagte Lange.

So wurden denn beim Schützenfest neue Könige am Sonnabend in Voitze feierlich gekrönt. Das IK berichtet in einer weiteren Ausgabe darüber.

Von Jürgen Kayser

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