Kunduz: Rohbau einer neuen Schule geht flott voran

Weiter Einreiseverbot für Schnehage: Bergfelderin darf nicht nach Afghanistan

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Der Bau einer neuen Schule in Kunduz schreitet gut voran. Noch immer kann sich Sybille Schnehage, Vorsitzende des Hilfsvereins Katachel, nicht persönlich davon überzeugen.

Bergfeld/Kunduz. Sybille Schnehage darf immer noch nicht nach Afghanistan reisen. Bereits vor Ostern hat der Gouverneur Naemi an die Vorsitzende der Hilfsorganisation Katachel eine Einladung geschickt, in der er für die Sicherheit von Schnehage garantiert.

Diesen Brief inklusive anerkannter Übersetzung ging laut Schnehage bereits im März an die Samtgemeinde Brome, die die Passeinschränkung für die Helferin aus Bergfeld auch für 2018 verlängert hat.

„Dass sich das Büro der NGO (Non Governmental Organisation) im ländlichen Raum, weit weg von der Polizeierreichbarkeit, ist eine Falschaussage“, protestiert Schnehage. Wahr sei, dass das Büro seit zehn Jahren direkt im sicheren Bereich der Stadt Kunduz, gegenüber dem Frauenministerium, neben dem Geheimdienstchef und nahe einer Polizeistation liege. „Bisher hat die Samtgemeindeverwaltung keine Reaktion gezeigt“, bedauert die Bergfelderin. Alle Mitarbeiter in Kunduz, die Regierungsmitglieder, der Gouverneur und die Menschen in der Provinz Kunduz würden auf Schnehages Ankunft warten, damit sie vor Ort unterstützen und Fluchtursachen bekämpfen kann. Doch derzeit, so Schnehage, hindere sie die Bundesregierung daran, zu helfen.

Die Bergfelderin macht deutlich, wie wichtig ihre Arbeit in Kunduz ist: „Inzwischen ist es in Kunduz üblich, Deutschkurse zu belegen und bereits kleine Sätze an mich per Facebook zu schicken, denn die Menschen haben Angst davor, dass es keine Arbeitsmöglichkeiten mehr in Kunduz gibt, so dass sie den Plan ins Auge fassen, auch ihre Zukunft in Deutschland zu suchen.“ Wenn die Hilfsprojekte in Kunduz nicht weitergehen, dann werden viele Menschen – da ist sich Schnehage sicher – den Weg nach Europa suchen. „Fluchtursachen Bekämpfung ist wichtiger denn je und dazu muss man Projekte vor Ort realisieren“, betont Schnehage.

Positiv stimmt die Bergfelderin ein anderes Projekt. Die vielen Mädchen und Jungen müssen nicht mehr lange warten, denn schon bald können sie in der neuen Schule in Kunduz unter guten Bedingungen lernen und sich damit gute Voraussetzungen für eine bessere Zukunft schaffen. „Die Bilder, die die Mitarbeiter der Hilfsorganisation schicken, zeigen, dass die Wände bereits hoch gezogen sind und die Eisenkonstruktion für den oberen Ringanker geflochten ist. So wird der Bau zügiger fertig, als zunächst geplant“, freut sich die Vorsitzende. Fast 400 Mädchen und 550 Jungen würden sich schon sehr in der Erwartung auf die neuen Schulräume freuen.

Von Carola Hussak

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