Brunnen legt Moor trocken / Teiche des Angelvereins liegen brach

Waldstück bei Bergfeld mit 400 Bäumen „in Gefahr“

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Michael (l.) und Sybille Schnehage sowie Tom Semenichin ärgern sich über trockenen Waldboden. 

Bergfeld – Vor rund acht Jahren kaufte das Ehepaar Schnehage ein Waldstück bei Bergfeld. „Wir wollten ein Stück Natur erhalten“, erklärt Michael Schnehage. Dem stehe der Brunnen eines Landwirtes entgegen, der das Waldstück trocken lege.

Der wurde bereits 2001 unweit des Schnehag’schen Waldstückes gebohrt, ist etwa 15 Meter tief und „von den Behörden so genehmigt“, sagt der Naturschützer. Wenn die Pumpe laufe, könne man zusehen, wie das Grundwasser absinke. Schnehage verweist auf Gräben, die seien frisch ausgegraben, führen dennoch nur wenig Wasser. Immer wieder habe man bei Behörden und auch dem Landwirt angefragt, ob der Brunnen nicht tiefer gebohrt oder verlegt werden könne, damit das Grundwasser nicht abgesogen werde.

Denn das trockene Waldstück ist eigentlich moorig. „Das war alles Feuchtgebiet“, sagt Sybille Schnehage. „Früher hatten wir hier Eisvögel, Schlangen und Moorfrösche“, sagt die Bergfelderin. Aber besonders nach dem letzten extrem trockenen Jahr, seien viele dieser Tiere verschwunden. „Horrormäßig ist das hier“, sagt sie. „Alle Sumpfdotterblumen sind eingegangen.“

Auch Besitzer anliegender Grundstücke hätten Probleme. So sei ein Teich nahezu ausgetrocknet, selbst Akazien gingen ein. Tom Semenichin, stellvertretender Vorsitzender des Natur- und Angelvereins, beklagt ebenfalls Tiefstände: „Das Wasser wird wärmer, die Fische gehen ein.“ Sandbänke, die sonst 80 Zentimeter unter Wasser liegen, seien mittlerweile sichtbar.

Von den Behörden hätten Schnehages immer wieder zu hören bekommen, dass der Brunnen so genehmigt sei. „Aber wenn man beobachtet, dass das der Natur schadet, muss man da doch flexibel sein“, sagt Michael Schnehage, „Sonst ist an dem Gesetz was falsch.“ Er wolle dem Landwirt nicht schaden, aber sein Waldstück müsse er schützen. Dienstag hat das Ehepaar nun ein Schreiben erhalten, das einen tieferen Brunnen ankündigt. Zu wann genau steht nicht fest.

„Wir wollen einen sofortigen Pumpstopp“, fordert Sybille Schnehage. Jeder weitere Tag habe katastrophale Folgen für die Natur, die rund 400 Bäume, die sie anpflanzte, seien in Gefahr. Ihr Mann ist sich sicher: Würde er wirtschaftlichen Schaden nehmen, hätte man sich der Sache schon längst angenommen. „Und da wundern die sich, dass die jungen Leute auf die Straße gehen“, klagt Sybille Schnehage an.

VON DENNIS TESCH

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