Wände so dünn wie Pappe

Ausschussmitglieder erschrocken über Zustand der Grundschule in Rühen

Versandet: Wenn es regnet, können sich die Grundschüler in der Pause nicht im Freien aufhalten.
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Versandet: Wenn es regnet, können sich die Grundschüler in der Pause nicht im Freien aufhalten.

Rühen. Der letzte gemeinsame Bereisungstermin in Kitas, Schulen und Jugendtreffs des Jugendausschusses und des Schulausschusses stand nun an. Gestartet wurde in der Kita Rühen.

In den Klassenräumen der Grundschule hängt der Mief und die Wände im Anbau sind dünn wie Pappe.

Viel zu bemängeln hatte Kita-Leiterin Helga Bartels nicht. Fünf Gruppen mit je 25 Kinder können von 7 bis 17 Uhr betreut werden. Derzeit gibt es drei Ganztagsgruppen. Schwer sauber zu halten und etwas hellhörig ist es in der einen Gruppe, weil der Deckenbereich nicht verkleidet ist. Eine Decke einziehen wird nicht funktionieren, da der Raum dann zu niedrig ist und die Luft knapp werden könnte. Im Bewegungsraum hat jede Gruppe einen sogenannten Hallentag. Eine richtige Turnhalle, das würde nicht nur die Kita-Leiterin freuen, sondern auch die Kinder. Ansonsten ist Bartels zufrieden.

Die Decke ist in einer Kita-Gruppe nicht verkleidet. Die Sparren sind sehr schmutzempfindlich und es ist sehr hellhörig.

Eine Warteliste gibt es derzeit in der Krippe in Rühen nicht. Auf dem Gelände befinden sich zwei Kita-Gruppen (45 Kinder) und vier Krippen-Gruppen (60 Kinder). Untergebracht sind die Kinder in zusätzlich aufgestellten Pavillons – angemietet von der Samtgemeinde Brome. „Wir müssen durchgängig heizen“, weiß Leiterin Susann Benecke. Und das Ganze passiert elektrisch. Wenn nicht geheizt wird, dann friert auch schon mal die Wasserleitung ein.

Die Turnhalle der Realschule Rühen ist gut in Schuss. Sie wurde auch erst 2006 saniert.

Als es dann in den Bereich der Grund- und der Realschule ging, blieb dem einen oder anderen Ratsmitglied die Sprache weg. 237 Mädchen und Jungen werden in der dreizügigen Grundschule unterrichtet. Zum Teil in einem Anbau, der aus dem Jahr 1974 stammt. Die Wände so dünn wie Pappe und die Räumlichkeiten zum Teil feucht. Besser sieht es im dem Trakt gegenüber, der in den 80er-Jahren aufgestockt wurde auch nicht aus. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer viel zu heiß. Der eigentlich geplante Werkraum wurde wieder ausgeräumt und wird nun als Betreuungsraum genutzt. Die Grundschüler nutzen den Werkraum der Realschule mit, was auch keine optimale Lösung ist. Ganz zu schweigen von dem Pausenhof, der einer Sandwüste gleicht und bei Regen gar nicht genutzt werden kann. Die Ganztagskinder müssen dann um 12.45 Uhr zur Betreuung in die Hauptschule wechseln.

In der Realschule stellt sich die 2006 sanierte Turnhalle eigentlich als bester Raum dar. Denn der Werkraum steht regelmäßig bei Regen unter Wasser. Über die hohe Feuchtigkeit in den Räumen kann nicht hinweggetäuscht werden – die Geräte fangen an zu rosten, von der Luftqualität gar nicht zu sprechen.

Dass etwas unternommen werden muss, ist allen Ausschussmitgliedern klar. Bleibt, wie immer, die Frage nach der Finanzierung, die nicht leicht beantwortet werden kann.

Von Carola Hussak

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