Benefizaufführung für Maurice in Ehra / 15-Jähriger nach Badeunfall gelähmt

Vorstellung mit Herz

+
Nach einem Badeunfall am Bernsteinsee in Stüde, ist der 15-jährige Maurice von den Schulern abwärts gelähmt.

Jembke/Ehra. Im Mai schlug das Schicksal zu. Seit einem Sprung in den Bernsteinsee ist der 15-jährige Maurice von den Schultern abwärts gelähmt. Kopfüber war er vom Steg aus in den Bernsteinsee gesprungen, ohne zu ahnen, dass das Wasser dort viel zu flach ist.

„Anfangs war keine Problematik erkennbar, aber dann nahm das Schicksal seinen Lauf“, erläutert Sascha Krämer, Lebensgefährte von Maurice’ Mutter Nicole Schuster. Nicht nur, dass Maurice querschnittsgelähmt ist, war für Krämer und Schuster ein dramatischer Einschnitt. Auch dass die Versicherung zurzeit nicht zahlt, macht dem Paar das Leben schwer.

„Derzeit ist Maurice noch in einer Hamburger Spezialklinik, dem größten Querschnittszentrum. Ende November kommt er nach Hause“, sagt Krämer. Dass Maurice jemals wieder laufen kann, würde an ein Wunder grenzen. Bei dem Unfall wurde das Rückenmark durchtrennt. Aber vielleicht kann er irgendwann wieder seine Arme bewegen. Ein Oberflächengefühl auf der Haut habe er, und auch einen Arm könne der 15-Jährige leicht bewegen.

Eigentlich müsste das Haus, in dem die Familie wohnt, behindertengerecht umgebaut werden. Aber dazu fehlen die finanziellen Mittel. „Es müsste so viel umgebaut und angepasst werden. Allein der Einbau eines Treppenlifts würde rund 15 000 Euro kosten“, meint Krämer im IK-Gespräch. Trotz einer Benefiz-Feier, die der Motorradclub Wild Vikings in Weyhausen veranstaltete, und einer großen Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung, bei der rund 17 000 Euro zusammengekommen sind, reicht das Geld für einen behindertengerechten Umbau nicht aus. Die Crux: Nach dem Unfall hat die Familie den Fall umgehend der Versicherung gemeldet, ein Gutachter hat jedoch erst für April 2013 einen Termin vereinbart. Krämer: „Wir haben alles geprüft, das Ganze ist vertragskonform, jedoch menschlich verwerflich.“

Nun haben sich die Pläne der Familie aus Jembke geändert. Laut Krämer kauft sie zum 1. Dezember ein behindertengerechtes Haus im drei Kilometer entfernten Barwedel. „Wir wollen im Boldecker Land wohnen bleiben. Dann kann Maurice weiter auf seine Schule gehen“, so Krämer. Außerdem würden dort „nur“ Renovierungsarbeiten anliegen. Mitte Januar soll dann der Umzug erfolgen.

Den Wild Vikings tut es nun die Theatergruppe Barwedel gleich und lädt am Freitag zu einer Benefizvorstellung nach Ehra ein. Seite 7

Von Carola Hussak

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare