Investor springt nach zwei Jahren Planungszeit ab / Enttäuschung in der Gemeinde groß

(Vorerst) kein betreutes Wohnen in Parsau

Eigentlich war geplant, dass neben Parsaus Feuerwehr eine Senioren-Wohnanlage entstehen soll. Der Investor, die Volksbank BraWo, hat sich aus wirtschaftlichen Gründen gegen dieses Vorhaben entschieden.
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Eigentlich war geplant, dass neben Parsaus Feuerwehr eine Senioren-Wohnanlage entstehen soll. Der Investor, die Volksbank BraWo, hat sich aus wirtschaftlichen Gründen gegen dieses Vorhaben entschieden.

Parsau – So schnell wird es in Parsau kein betreutes Wohnen im Alter geben. Zumindest nicht mit den ursprünglichen Plänen, die man in Parsau verfolgt hatte.

Die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (BraWo) wird zumindest nicht am Klingenberg investieren, das hat das Unternehmen auf IK-Anfrage bestätigt.

Die Enttäuschung ist bei Parsaus Verantwortlichen groß. Bürgermeisterin Kerstin Keil bedauert die Mitteilung, dass sich die Volksbank zurückzieht. „Das tut mir auch für alle Senioren sehr, sehr leid“, sagt sie. Man hatte drei Bauplätze Am Klingenberg neben der Freiwilligen Feuerwehr zusammengelegt, um für das Projekt genug Fläche zu Verfügung zu stellen. „Dass das Wohnen im Alter nun vorerst Am Klingenberg nichts wird, liegt nicht an uns. Dem Investor ist es zu teuer geworden.“

Das bestätigt auch der Pressesprecher der Volksbank BraWo, Daniel Dormeyer. „Nach vielen Planungsrunden, Gesprächen und Berechnungen mussten wir nun zu unserem großen Bedauern die Erkenntnis gewinnen, dass unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen ein derartiges Projekt wirtschaftlich nicht darstellbar ist.“ Dormeyer verweist auf die schwierige wirtschaftliche Lage im ländlichen Raum, die die Umsetzung eines solchen Projekts maßgeblich erschwere. Seit zwei Jahren verfolgte das Unternehmen das Ziel, den Wunsch der Gemeinde nach einer Senioren-Wohnanlage umzusetzen und zu erfüllen. „Allen Beteiligten und auch uns war klar, dass es schwierig werden würde“, so Dormeyer. Aber die Volksbank habe sogar extra eine Tochtergesellschaft gegründet „und nicht unerheblichen, finanziellen Aufwand betrieben“, sagte der Pressesprecher.

Die erste Planung sah anfänglich den Bau eines barrierefreien und altersgerechten Gebäudes mit zwölf Apartments sowie fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen vor, die in Verbindung mit Gemeinschaftsräumen und -flächen das soziale Miteinander der Bewohner stärken sollten. Das Konzept, erklärt Dormeyer, beinhaltete die Möglichkeit nach einem weitestgehend selbstbestimmten Leben der Bewohner, kombiniert mit ambulant betreuten Wohngruppen und einer Tagespflege.

Ein zweiter Planungsentwurf sah 34 Wohnungen und Appartements in Größen von 24 bis 48 Quadratmetern und notwendige Neben- und Gemeinschaftsräume vor, wie Dormeyer erläutert. Die Verantwortlichen der gegründeten Tochtergesellschaft kamen aber nun, nach zwei Jahren der Planung, zu dem Schluss, dass neben der komplizierten ländlichen Situation auch die gestiegenen Preise in der Baubranche eine Umsetzung erschweren würden.

Damit ist das Projekt Am Klingenberg vom Tisch. Die Gemeinde hatte in den letzten zwei Jahren, in denen die BraWo als Investor in Verhandlungen stand, immer wieder Hoffnung auf die finale Unterzeichnung der Papiere gehabt. „Wir hätten diese Möglichkeit in unserer Gemeinde wirklich gerne gehabt“, sagt Keil. Viele ältere Menschen hätten sich bereits über die Möglichkeit gefreut, in Parsau eine Möglichkeit des betreuten Wohnens zu finden.

Aber ganz vom Tisch sind die Pläne in Parsau noch nicht. „Wir werden uns nach anderen Investoren umsehen und einen neuen Platz finden müssen“, so die Bürgermeisterin. Sie erklärt aber auch, dass die neue Suche nicht einfach werden wird. „Investoren für dieses Projekt zu finden, ist nicht leicht.“ Auf jeden Fall wird die Fläche neben der Feuerwehr als Bauplatz verkauft werden. „Dann wird es, wie zuvor vorgesehen, drei Plätze geben.“ Die Gemeinde will sich wieder auf die Suche begeben, um den Senioren ein betreutes Wohnen zu ermöglichen.

VON HILKE BENTES

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