Statt „Arthrose vom Daddeln“: Ralf Düring bietet Leichtathletik in den Herbstferien

Viel Spaß bei hartem Training in Voitze

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Gemeinsam entdeckten die Kinder in der Leichtathletik-Gruppe in Ralf Dürings Herbstferienprogramm ihre Talente und Grenzen. Da durften gewagte Sprünge nicht fehlen.

Voitze – In den Ferien nur rumsitzen und nichts tun? Nicht mit Ralf Düring. Der 57-jährige Böckwitzer bot in den letzten Tagen „Leichtathletik für alle Kinder“ im Rahmen des Herbstferienprogrammes der Samtgemeinde Brome an.

Das füllte unter anderem die Turnhalle der Waldschule Tülau-Voitze mit Kinderlachen und -schweiß.

Das Angebot war breit gefächert und gut besucht. Einen richtigen Lehrplan hatte Düring dabei nicht aufgestellt, wohl aber einige Grundübungen im Gepäck, die die Kinder seiner Meinung nach beherrschen müssen. „In der Feinmotorik sind beinahe alle hinterher“, sagt er. Seien Kinder früher in den Wald zum Toben gegangen, so würden viele heute nur noch vor Bildschirmen jeder Couleur sitzen. „Statt sich Arthrose in die Daumen zu daddeln, sollten die sich lieber bewegen“, sagt Düring.

Und genau dazu animiert er spielerisch, denn der Spaß am Sport sollte im Vordergrund stehen. Neben Feinmotorik-Übungen wie Bälle über dem Kopf kreisen zu lassen, während sie über eine umgedrehte Bank balancierten, betreiben die Kinder auch Krafttraining. Dafür probierten sie etwa Wandsitzen aus – und die meisten liegen schon nach wenigen Sekunden lachend und schnaufend am Boden. Mit Schaumstoffstücken bauten sie sich auch gerne einen eigenen Hindernisparcours, durch den rückwärts oder auf einem Bein gehüpft werden musste. Düring mahnte zur Vorsicht, ließ die Kleinen aber ihre eigenen Grenzen entdecken. „Ich weiß, was ich tue“, rief etwa die neunjährige Florentine, in der anscheinend eine kleine Sportlehrerin steckt.

So animierten sich die Kinder gegenseitig, zeigten auch beim Sprung von der Sprossenwand keine Angst. „Sie sollen sich möglichst frei bewegen“, erklärte Düring sein Konzept. „Man muss auch mal Kind sein.“ Und nach dem spielerischen Sportprogramm zeigt der ein oder andere dann gerne auch der Oma, wie gut er schon einen – leicht schrägen – Handstand kann.

Die Kinder sind unterschiedlich weit, wie Düring immer wieder feststellte. Das zeige sich nicht nur in der Halle, sondern auch draußen beim Weitsprung oder beim Wackelparcours der Waldschule. Dennoch machten bei ihm alle mit. Düring, der im Behindertensport selbst viele Titel holte und unter anderem Deutscher Meister im 100-Meter-Sprint sowie Weitsprung ist, legt großen Wert auf Inklusion. Sein Motto: „Nicht reden, sondern einfach machen.“ So trieb er auch die Kinder dazu an, unbekanntes sportliches Terrain zu betreten und neue Talente zu entdecken. „Jeder kann was“, sagt Düring. Die einen hätten mehr Kraft, dafür könnten andere zielgenauer werfen. Was auch trainiert wurde, am Ende des Tages waren alle Kinder ausgepowert, aber auch zufrieden.

VON DENNIS TESCH

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