Gemeinde Rühen will nun vier Überwachungskameras anschaffen

Vandalismus nimmt zu

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Idyllisch mutet der Platz vor dem Rühener Rathaus an. Doch sobald es dunkel wird, treiben Vandalen dort ihr Unwesen. Sie setzen Papiertonnen in Brand, kippen den Müllcontainer in den Graben oder zerstören die Glasscheiben an den Buswartehäuschen. Fotos: Hussak

Rühen/Brechtorf. „Wir haben verstärkt mit Vandalismus zu tun“, beklagt Rühens Bürgermeister Karl-Peter Ludwig.

Nachdem jüngst in Brechtorf Jugendliche alle Entlüfter vom Dach des Sportheims abgetreten und eine klebrige Flüssigkeit haben reinlaufen lassen, die den Fußboden ruinierte, plant Ludwig nun die Anschaffung von Überwachungskameras.

„Die Vereine werden der Sache nicht mehr Herr“, informiert der Verwaltungschef. Als weiteren Brennpunkt nennt er den Platz vor dem Rühener Rathaus. Dort halten sich des öfteren Jugendliche auf, die Alkohol konsumieren. „Die haben scheinbar Langeweile. Wir haben wegen des Alkoholproblems auch schon die Jugendpflegerin eingeschaltet“, erläutert Ludwig, der mit dem Ende der Ferien auch auf mehr Ruhe hofft. Weiter beklagt er, dass die große Mülltonne oft im Graben ausgekippt worden ist und Papierkörbe abgefackelt wurden. Wie Ludwig erläutert, ist der große Müllcontainer nun mit einem Stahlbügel gesichert.

„Bei den Vandalen muss es sich nicht unbedingt nur um Jugendliche aus unserer Gemeinde handeln. Ich weiß von einem jungen Mann, der aus Wolfsburg kommt und hier sein Unwesen treibt. Mit Hilfe der Kameras könnte man ihm und seinen Eltern eine saftige Rechnung stellen“, meint Ludwig.

Ganz günstig sind die Überwachungskameras, die mit Bewegungsmelder und Infrarot ausgestattet sind, nicht. Die Gemeinde hat sich zunächst Angebote eingeholt. Zwischen 3500 und 7000 Euro werden fällig. Vier – jeweils zwei für Rühen und Brechtorf – wolle man sich anschaffen. Ludwig: „Wir würden das Geld lieber für andere Dinge ausgeben.“ Und damit nicht genug: Rund 55 000 Euro wird die Gemeinde für neue Bushaltestellen-Scheiben berappen, denn die alten wurden entweder vollgeschmiert oder ganz zerstört. „Die Leidtragenden sind die Kinder, die im Herbst und Winter frieren müssen, wenn wir die Scheiben nicht reparieren“, weiß Ludwig.

Von Carola Hussak

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