Böckwitzer bei Zicherie von herabfallenden Nestern des Eichenprozessionsspinners getroffen

Spinnerplage: „Und plötzlich juckte es überall“

Zicherie. Damit hatte Ralf Düring nicht gerechnet, als er sich jüngst auf sein Fahrrad schwang und zur Entspannung ein paar Kilometer radeln wollte. Es war warm, also trug der Böckwitzer kurze Hose und T-Shirt.

Als er zwischen Zicherie und Kaiserwinkel auf der K 85 unterwegs war, überholte ihn ein Bus – und danach fing seine Haut an überall zu jucken.

Herabfallende Nester des Eichenprozessionsspinners lösten bei Ralf Düring eine Allergie aus.

„In diesem Moment konnte ich mir denken, was das war: Durch die Luftverwirbelung des Busses sind ganze Nester des Eichenprozessionsspinners von den Bäumen gefallen“, berichtet Düring im IK-Gespräch. Ein Warnschild habe er nicht gesehen. Und während der Fahrt richtete sich seine Konzentration auf die Straße. Zu Hause angekommen, duschte er sich ab und nahm ein Bad, aber das Jucken und Brennen hörte nicht auf. Auch das Einreiben mit Obstessig half nur wenig. Auch wenn er „keinen Ärger machen will“ erstattete er schriftlich beim Landkreis Gifhorn eine Anzeige. „Ich will nur, dass etwas passiert“, so der Böckwitzer.

„Der Vorfall tut uns leid. Wir sind dabei, die Bäume an der K 32 abzusaugen, danach geht es an der K 85 weiter“, erläutert Uwe Peters von der Kreisverwaltung. Dass noch kein Hinweisschild aufgebaut war, habe daran gelegen, dass es keine mehr gab. „Es mussten erst neue bestellt werden. Die sind mittlerweile eingetroffen“, so Peters.

Düring betont, dass er lediglich etwas anschieben wollte. „Im Drömlings-Bereich auf sachsen-anhaltinischer Seite wurde Ende Mai gesprüht. Warum nicht auch auf niedersächsischer Seite? Warum kann man denn nicht länderübergreifend arbeiten?“, fragt sich Düring. Während an der K 85 auf der einen Seite die Bäume im saftigen Grün stehen, sind sie auf der anderen fast kahl – und hängen voll mit Nestern des Eichenprozessionsspinners.

Wie Peters erläutert, sei das nicht so einfach mit dem länderübergreifenden Arbeiten. Außerdem handele es sich bei dem Drömling um ein Naturschutzgebiet. Die Bestimmungen müsse man definitiv im Auge behalten. „In der nun vom Kreis gegründeten Arbeitsgruppe wird sich intensiv abgestimmt, um im nächsten Jahr rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Derzeit können wir nur nach und nach die Bäume absaugen“, so Peters. Wer bei Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner allergisch reagiert, dem rät Amtsarzt Josef Kraft davon ab, sich selbst zu behandeln. Auf jeden Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Von Carola Hussak

Rubriklistenbild: © Hussak

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