Den Kummer von der Seele reden: Flexible Erziehungsberatung in Brome

Was tun, wenn das Kind trotzt?

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Niederschwelliges Angebot in Brome: Ab sofort hilft Jenny Wendt besorgten Eltern in Sachen Erziehungsfragen.

Brome. Wenn Kinder in die Pubertät kommen, hängt der Haussegen im Familienleben oft schief. War der Nachwuchs eben noch umgänglich, zieht er sich nun zurück, trotzt und holt sich lieber Rat bei den Freunden als bei den Eltern.

Die wissen oft gar nicht, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen. Dezentrale und flexible Beratung bietet die Einrichtung Life Concepts, die ab sofort auch ein Beratungsangebot in Brome vorhält – und zwar im Jugendtreff Brome. Insgesamt gibt es im Landkreis Gifhorn zehn dezentrale Standorte. Bisher gab es dieses Angebot in der Kindertagesstätte in Ehra-Lessien, aber in Absprache mit der Jugendpflege der Samtgemeinde Brome wurde dieses nun nach Brome verlagert. „Bei den Eltern geht es meistens um allgemeine Erziehungsfragen oder sie wollen sich den Kummer von der Seele reden“, weiß Sozialpädagogin Jenny Wendt. Die Experten seien die Eltern schließlich selbst, oft kämen sie mit guten Ideen und wollen lediglich eine Rückmeldung haben.

Die Probleme der Jugendlichen gestalten sich da etwas anders. Wendt: „Sie beschweren sich, dass sie zu Hause immernoch wie Achtjährige behandelt werden, aber von ihren Eltern ernst genommen werden wollen. Wir geben dann Ratschläge, suchen aber auch – wenn gewollt – ein gemeinsames Gespräch mit den Eltern und Jugendlichen. “ So könne man vor Ort einen Gesamteindruck von der Situation bekommen.

Warum nun das Angebot in Brome? „Der Zulauf in der Erziehungsberatungsstelle in Gifhorn ist sehr groß. Das bedeutet hohe Wartezeiten. Auch wenn es sich anfangs um kleinere Probleme handelt, können diese schnell größer werden“, sagt die Sozialpädagogin. Man wolle schnell Hilfe bieten können und ergänzend eine niederschwellige Anlaufstelle sein. Oft gehe die Beratung über die offene Sprechstunde hinaus. Das heißt, es werden auch (Haus-)Termine vereinbart. Wer sich dennoch nicht traut, vorbeizuschauen, kann auch anrufen. Ein anderer Aspekt, ein Beratungsangebot in Brome einzurichten, ist die weite Entfernung nach Gifhorn. „Viele aus der Samtgemeinde orientieren sich nach Wolfsburg. Wir wünschen uns aber mehr Zulauf im Kreis“, informiert Wendt.

Es gibt zwei Standorte für Menschen mit Migrationshintergrund. Zu dem Angebot für osteuropäische Bürger ist nun auch eins für arabisch sprechende Familien dazu gekommen. „Und das wird auch gut genutzt. Meist sind es die Eltern, die Orientierungshilfe benötigen oder Rat suchen, weil sie mit der Veränderung ihrer Kinder nicht zurechtkommen“, sagt Wendt.

Erfreut zeigt sich die Sozialpädagogin über positive Rückmeldungen, dass sich die Eltern bei der Beratungsstelle gut aufgehoben fühlen.

Von Carola Hussak

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